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Windpark in Bingen eingeweiht - Bürger können sich einkaufen

Acht Windräder sind in Bingen (Kreis Sigmaringen) an diesem Wochenende eingeweiht worden. Am neuen Windpark kann nicht nur die Gemeinde verdienen - auch Bürger können Geld anlegen.

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Stand

Von Autor/in Nathalie Waldenspuhl

An diesem Wochenende ist der Windpark bei Bingen (Kreis Sigemaringen) eingeweiht worden. Schon seit einigen Monaten thronen die Windräder über dem Ort. Acht Windräder bilden den neuen Windpark auf einer Hochfläche im Norden der Gemeinde. In Zukunft sollen hier jährlich rund 74 Millionen Kilowattstunden Strom entstehen. Eine Menge, die rund 57.000 Menschen mit Strom versorgen kann, schreibt die Gemeinde auf der Internetseite des Projekts.

Windräder bringen Strom und Geld in die Gemeinde

Den Windpark hat Bürgermeister Marco Potas (parteilos) bei der Arbeit immer im Blick. Von seinem Büro im Rathaus aus kann man die Windräder gut sehen - wie eigentlich von fast jedem Winkel der 2.700-Einwohner-Gemeinde. Den Bürgermeister stört das aber nicht. Er freue sich, wenn sie sich drehen, sagt er dem SWR. Dann wisse er, dass seine Gemeinde etwas zur Energiewende beitrage.

Fünf der acht Windräder stehen nämlich auf Gemeindeflächen. Die Windräder produzieren daher nicht nur Strom, sondern bringen auch Geld ins Rathaus. Dank Pachteinnahmen und Gewinnbeteiligung rechnet die Gemeinde mit einem jährlichen Plus von rund 400.000 Euro, solange der Windpark Strom erzeugt. In Zeiten klammer Haushaltskassen sind das wichtige Einnahmen - auch für die Gemeinde, die gerade ein teures Ärztehaus baut.

Bingens Bürgermeister Marco Potas steht am Feldrand, im Hintergrund sieht man drei Windräder. Der Windpark wird nun eingeweiht.
Bürgermeister Marco Potas (parteilos) ist glücklich über das Energieprojekt und die Windräder des Windparks bei Bingen: "Freue mich, wenn ich sie sehe."

Bürgerbeteiligung: Auch Anwohner sollen profitieren können

Aber nicht nur die Gemeinde, auch Bürgerinnen und Bürger sollen an den Windrädern bei Bingen verdienen können. Über die Betreiberfirma können sie ihr Geld über acht Jahre direkt beim Windpark anlegen. Dafür verspricht ihnen die Firma sechs Prozent Zinsen. Mit dem Risiko, dass das Geld bei einer Insolvenz des Windparks verloren gehen würde. Für das Risikomodell haben sie sich bei einem Infoabend ausgesprochen. Dass es eine Bürgerbeteiligung geben sollte, haben die Gemeinde und die Betreiberfirma schon in den ersten Planungen vor über zehn Jahren beschlossen.

Bei den Planungen zum Windpark Bürger früh eingebunden

Vermutlich ist das mit ein Grund, warum die Windkraft in Bingen heutzutage ohne größere Proteste angenommen wird. Man habe sich schon frühzeitig darauf geeinigt, was der Gemeinde über den Windpark zugute kommen soll, sagt Bürgermeister Potas und lobt dabei auch seinen Vorgänger Jochen Fetzer (parteilos) für seine Vorarbeit. Auch der frühe Austausch mit den Bürgern sei wichtig gewesen. Gegen die ursprünglichen Pläne, den Windpark südlich von Bingen zu bauen, hatte sich eine Bürgerinitiative gegründet. Daraufhin haben Gemeinde und Betreiber einen neuen Standort gesucht, mit dem es weniger Probleme gab.

Menschen in Bingen sehen Windräder positiv

Der SWR hat die Leute vor Ort befragt, wie sie die neuen Windräder finden. Das Ergebnis: Die meisten der Befragten finden es richtig, dass die Windräder gebaut wurden und halten die Windkraft für eine wichtige Stromquelle. Nur wenige haben sich an den Windrädern im Landschaftsbild gestört.

Ein Bürger kritisierte, dass für den Bau des Windparks Waldflächen gerodet werden mussten. Insgesamt wurden fünf Hektar Wald für die Errichtung der Windräder, Lagerflächen und Transportwege abgeholzt. Bürgermeister Marco Potas relativiert diesen Eingriff: Die gerodete Fläche entspreche etwa 0,4 Prozent des gesamten Gemeindewalds und falle in ähnlicher Größenordnung auch bei der regulären, jährlichen Holzernte an.

Ausbau der Windkraft im Kreis Sigmaringen geht voran

Mit Bingen ist einer der ersten größeren Windparks im Kreis Sigmaringen an den Start gegangen. In den kommenden Jahren werden es vermutlich noch mehr. Im vergangenen September hat der Regionalverband Bodensee-Oberschwaben mehrere Flächen festgelegt, die für Windräder reserviert werden. Darunter drei große Flächen auf der Gemarkung Gammertingen.

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Autor/in
Nathalie Waldenspuhl
Nathalie Waldenspuhl ist Reporterin für Hörfunk, Online und Fernsehen beim SWR im Studio Tübingen.

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