Seit 2020 koordiniert das Rote Kreuz Biberach Ersthelfer per Handy. Mittlerweile ist die Smartphone-basierte Erstalarmierung (SBEA) in Baden-Württemberg auch vorgeschrieben. Die gängige App ist "corhelper", die das Rote Kreuz in Biberach seit gut einem Jahr im Einsatz hat. Dank ihr sind Ersthelfer aus der Nähe oft schneller am Einsatzort als der Rettungsdienst. Zum europäischen Tag der Reanimation zieht das Deutsche Rote Kreuz ein positives Fazit.
Mehr Ersthelfer - wertvoller Zeitgewinn durch App
Im Jahr 2025 waren Ersthelfer fast 200 Mal schneller am Einsatzort als Krankenwagen und Notarzt. Dieser Zeitgewinn resultiert aus den rund 500 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die mit Erster Hilfe vertraut sind. Dieses Netz mit Menschen aus medizinischen Berufen, Pflege oder Feuerwehr sei im letzten Jahr deutlich dichter geworden, heißt es vom DRK. Es sei also wahrscheinlich, dass eine oder einer von ihnen näher und schneller am Einsatzort sei.
Ziel ist es, die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken. Nach drei bis vier Minuten sei ein Ersthelfer im Schnitt zur Stelle. Die Folge: Die Patienten werden schneller behandelt oder sogar wiederbelebt und so steigen die Überlebenschancen von Patienten im Notfall, beispielsweise bei einem Herzstillstand. "Das sogenannte therapiefreie Intervall verkürzt sich deutlich", so Michael Mutschler, Geschäftsführer Rettungsdienst beim DRK-Kreisverband Biberach.
Netzwerk von Ersthelfern soll in Biberach weiter ausgebaut werden
Das DRK will die App-Nutzung weiter ausbauen. "Weitere Ersthelferinnen und Ersthelfer sind herzlich willkommen", so Michael Mutschler. Wer mitmachen will, braucht mindestens einen Erste-Hilfe-Kurs oder eine höherwertige Qualifikation.
Außerdem soll das Navigationssystem verbessert und weitere Standorte für Defibrillatoren ergänzt werden. Die App erleichtert auch die Dokumentation der Einsätze.