Am Samstag feierte das Fasnachtsmuseum Schloss Langenstein in Orsingen-Nenzingen im Kreis Konstanz seine Wiedereröffnung mit einem Tag der offenen Tür bei freiem Eintritt. Zuvor war das Museum im Schloss untergebracht. Nun hat es einen rund vier Millionen Euro teuren Neubau bekommen.
300 lebensgroße schwäbisch-alemannische Narrengestalten und 450 Masken aus aller Welt - das Fasnachtsmuseum Schloss Langenstein in Orsingen-Nenzingen wurde nach drei Jahren Bauzeit wieder eröffnet. Rund vier Millionen Euro hat der Neubau auf dem Schlossgelände gekostet. Das Besondere: Das ursprünglich in den 60er-Jahren konzipierte Museum arbeitet heute mit Künstlicher Intelligenz, die Ausstellung auf rund 1.200 Quadratmetern kann auch digital erkundet werden.
Am Donnerstagabend durften geladene Gäste erstmals die neuen Ausstellungsräume besichtigen. Nach dem Tag der offenen Tür am Samstag öffnet das Museum für den regulären Betrieb am kommenden Donnerstag.
Aus dem Schloss in ein eigenes Museumsgebäude
Lange Zeit hatte das historische Schloss Langenstein selbst das Museum beherbergt - bis die Besitzer die Räume anderweitig nutzen wollten. Auf dem Schlossareal ist deshalb ein neues Museum entstanden. Rund 350 Ehrenamtliche aus der gesamten Region hätten dafür mit angepackt, geputzt oder Handwerksarbeiten erledigt, so Museumspräsident Michael Fuchs gegenüber dem SWR.
Für die Finanzierung des Vier-Millionen-Projekts habe man sieben Jahre gekämpft. Vom Bund flossen im Rahmen eines Förderprojekts 1,6 Millionen Euro. Doch noch immer seien die Kosten nicht gedeckt, sagt der Museumspräsident. 150.000 Euro fehlen dem Museum derzeit noch.
KI im interaktiven Fasnachtsmuseum Schloss Langenstein
Besucherinnen und Besucher erwartet eine modernisierte und erweiterte Ausstellung, die die schwäbisch-alemannische Fasnacht auf neue und interaktive Weise erlebbar macht. So haben die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit das Museum auch digital zu erkunden. Dafür wurden die Räume mit einem intelligent geleiteten Ausstellungsparcours, bestehend aus vielen Themenräumen, ausgestattet. Es gibt ein virtuelles Suchspiel, digitale Mitmachstationen, Tablets und Künstliche Intelligenz kommen zum Einsatz.
Geschichte der schwäbisch-alemannischen Fastnacht
Im Erdgeschoss geht es vor allem um die Geschichte der Fastnacht und den Maskenkult. Im Obergeschoss wird der Blick auf närrische Traditionen in anderen Regionen gelenkt. So wird zum Beispiel auf einem Tisch durch Animationen eine mittelalterliche Stadt zum Leben erweckt, die den historischen Zusammenhang zwischen Fasnachts- und Fastenzeit vermittelt. An anderer Stelle geht es um die Musik an Fastnacht, die Besucher werden zum Musizieren und Krach machen eingeladen.
In der Maskensammlung des Fasnachtsmuseum können unterschiedliche Masken virtuell zusammengestellt und verglichen werden. Dabei erfahren die Besucher etwas über die Hintergründe der Kulturen, Bräuche und Riten.