Ein Ferrari-Fahrer aus Luxemburg hat Anfang September bei einer Kontrolle am Zollamt Konstanz-Paradiesertor insgesamt mehr als 124.000 Euro bezahlt, weil sein Wagen beim Grenzübertritt nicht verzollt war. Er bezahlte die Summe vor Ort und konnte anschließend seine Fahrt in dem Sportwagen fortsetzen.
Zoll warnt: Es drohen hohe Geldstrafen oder Beschlagnahmung
Der Zoll leitete ein Steuerstrafverfahren ein, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Das Hauptzollamt Singen betont: Wer in der EU wohnt und ein Fahrzeug aus einem Nicht-EU-Land nutzt, muss es beim Zoll anmelden und Abgaben bezahlen. Es gibt nur wenige Ausnahmen - zum Beispiel für Miet- oder Firmenwagen.
Wer sich nicht daran hält, riskiert hohe Geldstrafen - oder dass die Zöllner sein Auto beschlagnahmen. Die Höhe der Strafe richtet sich nach dem Fahrzeugwert: Beim Ferrari waren es rund 60.000 Euro Strafzahlung. Obendrauf kamen Einfuhrabgaben in Höhe von 64.000 Euro.
Unverzollter Ferrari ist kein Einzelfall
Der Zoll habe auch bei vermeintlich versehentlichen Verstößen keinen Ermessensspielraum, sagte eine Sprecherin des Hauptzollamts Singen dem SWR. Sie rät deshalb, bei Fahrten mit in der Schweiz zugelassenen Fahrzeugen besonders vorsichtig zu sein.
Der unverzollte Ferrari ist übrigens kein Einzelfall: Zwischen Januar und Juni dieses Jahres kontrollierten die Zollbeamten im Bezirk des Hauptzollamts Singen 26 unverzollte Fahrzeuge. Die dabei erhobenen Einfuhrabgaben summierten sich auf über 70.000 Euro.