Vier Tage lang hat sich in Ravensburg und Weingarten alles rund um den Film gedreht. Die 5. Filmtage Oberschwaben haben stattgefunden. Bis Sonntag wurden dabei Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme gezeigt.
Filmauswahl deckte breites Spektrum ab
Die 36 ausgewählten Filme griffen ganz verschiedene Themen auf. "Mich muss ein Film berühren", sagte Festivalmacherin Helga Reichert. Seit Januar arbeitete sie an der Zusammenstellung des Programms. In dem Film "Eine bessere Welt" geht es beispielsweise um Hass im Netz. Der Film "Friedas Fall" dreht sich um die wahre Geschichte einer jungen Frau, die vor über 100 Jahren in St. Gallen vor Gericht stand, weil sie ihr Kind getötet hatte.
Die Filmtage Oberschwaben hatten aber nicht nur ernstere Themen, sondern auch Amüsantes zu bieten. Zur Eröffnung am Donnerstagabend lief etwa die Komödie "Heute fängt mein neues Leben an". Der Film handelt von einer Frau, die als notorische Diebin sieben Monate im Gefängnis verbringen musste. Ihr Neuanfang läuft allerdings alles andere als erhofft.
Außer Konkurrenz gezeigt wurden zudem am Sonntag auch drei Folgen der ZDF-Fernsehserie "Tschappel", die in diesem Jahr einen großen Erfolg feiern konnte. Darin geht es um die Abenteuer eines Teenagers aus Oberschwaben. Im kommenden Jahr wird die zweite Staffel der Serie erneut in Wilhelmsdorf-Zußdorf (Kreis Ravensburg) gedreht.
Dreharbeiten für zweite Staffel geplant Kult-Serie aus Oberschwaben: Warum jeder jetzt weiß, was ein "Tschappel" ist
Die Comedy-Serie "Tschappel" geht weiter. Im oberschwäbischen Wilhelmsdorf-Zußdorf sind die Dreharbeiten für eine zweite Staffel geplant. Dadurch kommt das Dorf groß raus.
Filmtage Oberschwaben: Viele Künstler dabei
Rund 70 Filmschaffende hatten sich angekündigt, um ihre Werke im Kinozentrum Frauentor in Ravensburg und in der Linse in Weingarten vorzustellen. Zu den Gästen gehörten die Produzenten von "Tschappel", der Schauspieler Walter Sittler und die Nachwuchsschauspielerin Franziska von Harsdorf.
Neu im Programm der Filmtage war zudem auch eine Diskussionsveranstaltung. Darin ging es um die Frage, welche Bedeutung kleinere Filmfestivals abseits der großen Städte haben.
Große Liebe zum Film in der Region
Die Film- und Kinowelt hat in Oberschwaben einen gewissen Stellenwert. In Laupheim im Kreis Biberach etwa laufen noch bis zur Monatsmitte die Laemmle Film- und Kinotage. Mit ihnen erinnert die Stadt an einen ihrer bedeutendsten Söhne: Der 1867 in Laupheim geborene Carl Laemmle gründete als Filmproduzent die "Universal Studios" in Los Angeles und gilt damit als einer der Gründerväter Hollywoods.
Ende des Monats starten zudem die Biberacher Filmfestspiele. Ins Leben gerufen hat sie Adrian Kutter, der gemeinsam mit seiner Frau Helga Reichert nun hinter den Filmtagen Oberschwaben steht.