Am Montag beginnt das Schuljahr 2025/2026. Im Landkreis Konstanz werden insgesamt 2.725 Kinder eingeschult. Das sind rund fünf Prozent weniger als im Vorjahr, wie das Regierungspräsidium Freiburg mitteilt.
Auch in den Nachbarlandkreisen zeigen sich laut Regierungspräsidium Tübingen klare Trends: Während die Einschulungen im Bodenseekreis stabil bleiben, gibt es in den Kreisen Ravensburg und Biberach leichte Zuwächse. Anders im Kreis Sigmaringen: Dort beginnt das Schuljahr mit nur 1.127 Erstklässlern, ein Rückgang um fast zehn Prozent.
Bei den weiterführenden Schulen wächst die Nachfrage vor allem bei den Gemeinschaftsschulen. Der Bodenseekreis verzeichnet hier ein Plus von 8,3 Prozent, Biberach 7,2 Prozent. Auch Ravensburg meldet leichte Zuwächse. In Sigmaringen dagegen schrumpfen Realschulen und Gemeinschaftsschulen. Die Gymnasien verlieren in allen vier Landkreisen Schülerinnen und Schüler, am stärksten in Ravensburg und Sigmaringen.
Neues Schuljahr: Lehrermangel im Landkreis Konstanz
Zum neuen Schuljahr gibt es im Kreis Konstanz 237 neue Lehrkräfte. Darunter sind 89 Festanstellungen und 148 Jahresverträge, wovon viele Pensionäre oder Quereinsteiger sind. Im Bereich Sonderpädagogik bleiben weiterhin Stellen unbesetzt.
Trotzdem gilt der Landkreis Konstanz laut Regierungspräsidium Freiburg als gut versorgt, besonders bei den allgemeinbildenden Gymnasien. Engpässe bestehen nur in Fächern wie Bildende Kunst. Durch die Rückkehr zum neunjährigen Bildungsgang (G9) ist der Bedarf an Lehrkräften aktuell sogar geringer. Ab dem Jahr 2032/33 wird es jedoch einen deutlich höheren Bedarf an Lehrkräften geben, heißt es.
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Rückkehr zum G9: Mehr Zeit zum Lernen
Mit dem ersten Schultag starten die Gymnasien in der Region Bodensee-Oberschwaben wieder in die neunjährige Schulzeit. Für viele Schülerinnen und Schüler bedeutet das: ein Jahr mehr Zeit zum Lernen. Ziel sei es, Druck herauszunehmen und den Alltag an den Schulen entspannter zu gestalten.
Ralph Lange, Schulleiter des Wieland-Gymnasiums in Biberach, schilderte gegenüber dem SWR die Stimmung. "Bei uns an der Schule war die Freude groß. Niemand hat gesagt, schade, dass G8 weg ist. Wir haben das Beste daraus gemacht. Aber mit G9 haben die Kinder wieder mehr Zeit zum Lernen."
Wie Schulen sich auf die G9-Umstellung vorbereitet haben
Die Rückkehr zum G9 wurde politisch überraschend schnell beschlossen. Viele Schulen mussten daher kurzfristig reagieren, so das Regierungspräsidium Tübingen. Am Wieland-Gymnasium hätten die Lehrkräfte schon im letzten Jahr beraten, wie Unterrichtszeiten und Inhalte angepasst werden könnten.
Ein Schwerpunkt liege auf mehr Klassenlehrerstunden und auf der Möglichkeit, in einzelnen Fächern stärker zu vertiefen. Auch neue Lehrpläne seien in Arbeit. "Wir wollen die zusätzliche Zeit sinnvoll nutzen und nicht nur anhängen", betonte Lange.
Für Lehrkräfte bedeute das: neue Organisation, neue Stoffverteilung, aber auch die Chance, Kinder individueller zu fördern. Besonders für jüngere Schülerinnen und Schüler bringe das G9 mehr Raum zum Ausprobieren - im Unterricht, aber auch in Projekten, Musik oder Sport.