Die 80. Bregenzer Festspiele erwarten im kommenden Jahr bis zu 228.000 Menschen. So viele Karten gibt es für die etwa 80 Veranstaltungen. Im Mittelpunkt vom 22. Juli bis 23. August 2026 steht der Opernklassiker "La traviata" von Giuseppe Verdi. Seit gut sechs Wochen läuft der Vorverkauf - und zwar rasant, so der Kaufmännische Direktor Michael Diem. Etwa die Hälfte der 188.000 Karten für die Seebühne im Bodensee sei bereits gebucht.
Wir sind regelrecht überrannt worden, sowohl beim Kartenvorverkauf im Internet, als auch im Ticketshop an der Seebühne.
Bregenzer Festspiele lassen zum Jubiläum tausende Menschen auf der Seebühne singen
"Seit 1946 verkörpern die Bregenzer Festspiele die Idee, dass Kunst für alle da ist." Das sagte die neue Intendantin Lilli Paasikivi am Mittwoch bei der Vorstellung des Festspielprogramms im Jubliäumsjahr 2026. Neben "La traviata" auf der Seebühne stehen die moderne Oper "Die Ausflüge des Herrn Brouček" des Tschechen Leoš Janáček im Festspielhaus sowie Orchesterkonzerte, Theateraufführungen und eine Uraufführung auf dem Programm.
Zum Jubiläum ist auch ein "SingAlong"-Nachmittag geplant. Dabei sind am 1. August alle, die gern Opern singen, eingeladen, auf der Seebühne gemeinsam zu singen. Zu hören sein sollen Klassiker aus den Opern "Nabucco", "Der Freischütz", "La traviata", "Carmen" und "Turandot". Begleitet wird das von Musikern sowie Festspiel-Solistinnen, Mitgliedern des Bregenzer Festspielchors, des Prager Philharmonischen Chors und des Bayerischen Rundfunkchors.
Festspiele erhalten weniger Subventionen, aber Sonder-Geldspritze zum Jubiläum
Das Programm 2026 werde - anders als angekündigt - trotz der gekürzten Subventionen nicht reduziert, sagte der Kaufmännische Direktor. Grund sei eine Sonderförderung des österreichischen Kulturministeriums in Höhe von 200.000 Euro anlässlich des Jubiläums. In diesem Frühjahr war bekannt geworden, dass der Bund Österreich, das Land Vorarlberg und die Stadt Bregenz den Festspielen ab sofort 30 Prozent weniger Geld geben. Das bedeutet bei einem Jahresbudget von 27 Millionen Euro ein Minus von 2,1 Millionen Euro.
Außerdem seien in den vergangenen Jahr die Kosten für die Festspielproduktionen durch die Decke gegangen, so Michael Diem. Das könne man nicht auf die Kartenpreise umlegen. So koste das günstigste Seebühnenticket seit Jahren 30 Euro.
Aufbau des Bühnenbilds für "La traviata" auf der Seebühne läuft
Nach dem Abbau des "Freischütz"-Bühnenbildes aus dem Sommer 2024 und 2025 hat der Aufbau des neuen Bühnenbildes begonnen. Traditionell hüllen sich die Festspiele so lange wie möglich in Stillschweigen, wie die Seebühne am Ende aussehen wird. Das Bühnenbild für die Verdi-Oper "La traviata" wird 2026 und 2027 zu sehen sein. Es kostet voraussichtlich mehr als acht Millionen Euro. So teuer war das "Freischütz"-Bühnenbild.