Geschlossene Rollläden, keine Reaktion: Als es in einem Haus in Orsingen-Nenzingen (Kreis Konstanz) still und dunkel blieb, haben Nachbarn geistesgegenwärtig reagiert. Sie alarmierten die Feuerwehr. Dadurch verhinderten sie wohl Schlimmeres.
Mutter und Sohn liegen bewusstlos in Haus
Als die Rettungskräfte am Samstagvormittag am Haus ankamen, fanden sie darin eine ältere Frau und ihren Sohn bewusstlos in den jeweils getrennten Wohnungen liegen. Messungen ergaben eine erhöhte Kohlenmonoxid-Konzentration in der Raumluft. Beide wurden ins Krankenhaus gebracht und stationär aufgenommen. Nach ersten Erkenntnissen war ein technischer Defekt an der Heizung für den unkontrollierten Austritt des giftigen Gases verantwortlich.
Kohlenmonoxid: Schornsteinfeger rät zu CO-Melder
Manuel Schranz ist Schornsteinfeger aus Neukirch (Bodenseekreis) und stellvertretender Obermeister der Schornsteinfeger-Innung für den Regierungsbezirk Tübingen. Er rät seinen Kunden, CO-Melder zu installieren. Kohlemonoxid sei geruchlos und farblos, da habe man kein Frühwarnsystem, so Schranz auf SWR-Anfrage.
Früher seien die Häuser undichter gewesen, durch alte Fenster habe es ein bisschen mehr durchgezogen. Mittlerweile sei die Gebäudehülle sehr dicht, so könnten Abgase je nach Wetterverhältnissen oder durch Einflüsse von den Bewohnern nicht mehr richtig abziehen.
Im Gegensatz zu Rauchmeldern sind CO-Melder und auch Gasmelder in Wohngebäuden in Baden-Württemberg nicht verpflichtend vorgeschrieben.