Wildtiere in Wohngebieten

Mehr Füchse, Waschbären und Wildschweine im Kreis Konstanz: Warum das Füttern keine gute Idee ist

Im Landkreis Konstanz tauchen laut dem Wildtierbeauftragten immer mehr Wildtiere in Wohngebieten auf. Warum das Füttern schadet und wie Konflikte vermieden werden können.

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Von Autor/in Esther Leuffen

Im Landkreis Konstanz kommt es immer häufiger zu Begegnungen mit Wildtieren wie Füchsen, Waschbären, Dachsen und Wildschweinen. Besonders in den Städten wie Konstanz, Singen und Radolfzell fühlen sich die Tiere zunehmend wohl, so der Wildtierbeauftrage des Landkreises Konstanz, Steven Self. Aber auch in kleineren Gemeinden tauchten immer mehr Wildtiere auf.

Wildtiere in Wohngebieten sorgen für Ärger

Doch diese Entwicklung sorgt für Probleme. Wildschweine etwa zerwühlen den Vorgarten auf der Suche nach Futter. Der Waschbär dagegen ist laut Steven Self gerne mal im Dachboden unterwegs, reißt Isolation heraus und wirft Dachziegel herunter. Der Fuchs durchwühlt den Hausmüll und gräbt sich - so wie auch der Dachs - unter die Garage.

Eine Hauptursache: Menschen füttern Wildtiere

Eine der Hauptursachen: Menschen füttern die Tiere, oft gut gemeint, aber mit negativen Folgen. Wildtiere brauchen keine Hilfe, um Nahrung zu finden, so der Wildtierbeauftragte. Durch regelmäßiges Füttern verlieren sie laut Self auch ihre natürliche Scheu vor Menschen. Das führe dazu, dass sie etwa vermehrt Gärten und Mülltonnen durchwühlen. Anwohner ärgerten sich etwa über Schäden an Grundstücken und Gartenlauben.

Der beste Schutz für Wildtiere ist, Wildtiere wild zu lassen und ihre natürlichen Lebensräume zu erhalten und sie nicht zu füttern.

Warum das Füttern den Tieren schadet

Was viele nicht wissen: Füttern ist in der Folge nicht nur schlecht für die Menschen, sondern auch für die Tiere selbst. Denn zum Teil bekommen die Wildtiere ungeeignete Nahrung, so der Wildtierbeauftragte. Zusätzlich könnten sich auch Krankheiten und Parasiten schneller ausbreiten. Ein weiteres Problem: Durch das zusätzliche Futter vermehren sich die Tiere stärker als gewöhnlich. Die Nähe zu Autos und Straßen erhöhe zudem das Risiko von Unfällen.

Tipps: So schützen Sie sich und die Tiere

Damit Mensch und Wildtier friedlich zusammenleben können, gibt es einfache Maßnahmen:

  • Verzichten Sie darauf, Wildtiere zu füttern.
  • Entfernen Sie offene Futterquellen wie Müll oder Essensreste.
  • Verschließen Sie Schuppen, Garagen und Nischen, damit Wildtiere dort keinen Unterschlupf - auch zur Aufzucht von Jungen - finden.

Bei Fragen oder Beobachtungen hilft der Wildtierbeauftragte des Landkreises Konstanz gerne weiter. Er ist per Mail erreichbar unter Steven.Self@LRAKN.de

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Esther Leuffen
SWR-Redakteurin Esther Leuffen Autorin Bild

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