Die Deutsche Bahn hat schon lange ein ziemlich tierisches Problem: Dachse. Sie graben sich mit ihren Bauten unter die Bahndämme und sorgen damit für massive Schäden. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern hat den Zugverkehr in der Vergangenheit schon mal komplett lahmgelegt.
Maßnahmen in der Pfalz und Rheinhessen
Um solche Ausfälle künftig zu vermeiden, will die Bahn jetzt in der Pfalz und Rheinhessen mehr gegen die Tiere unternehmen. In anderen Landesteilen sei das wegen der Bodenbeschaffenheit nicht nötig. Das Unternehmen reagiert damit auf Kritik von Kommunalpolitikern in den betroffenen Regionen.
Mehr Pflege an den Gleisen
So sollen auf Risikostrecken Büsche und Brombeerranken häufiger zurück geschnitten werden als bisher. Zudem werde künftig der komplette Bahndamm gerodet und nicht nur der Bereich direkt an den Schieben, so die Bahn. Werden Dachshöhlen entdeckt, sollen sie sofort verfüllt werden.
Dachse verstärkt bejagen
Zudem will die Bahn schneller reagieren und Dachse entlang der Gleise verstärkt bejagen lassen. Das soll in enger Zusammenarbeit mit Jägern und den zuständigen Jagdbehörden passieren. Das rheinland-pfälzische Umweltministerium hatte das auf eine Anfrage der Grünen bestätigt. Wichtig dabei: Auch der Tierschutz soll den Angaben zufolge berücksichtigt werden.
In der Vergangenheit gab es allerdings Kritik von Jägern. Sie werfen der Bahn vor, die Strecken nicht rechtzeitig kontrolliert und instand gehalten zu haben. Künftig soll das anders laufen: Wenn "akute Dachsaktivitäten" festgestellt werden, solle sofort gehandelt werden - damit nicht wieder monatelang Züge ausfallen, teilte die Bahn mit.
Oft monatelange Sperrungen wegen Dachsschäden
Die nachtaktiven Dachse sind nicht nur niedlich, sondern auch echte Baumeister. Wenn sie die Stabilität der Bahndämme untergraben, kann das richtig teuer werden. Zuletzt musste zum Beispiel der Abschnitt zwischen Deidesheim und Bad Dürkheim gesperrt und saniert werden - und zwar zehn Monate lang.