Die Sorgen der Landwirtinnen und Landwirte sind groß, das ist beim Kreisbauerntag im Sigmaringer Ortsteil Laiz zu spüren gewesen. Vor Veranstaltungsbeginn hatte sich die Festhalle fast vollständig mit Landwirtinnen, Landwirten und Interessierten gefüllt. Zuerst sammelten bei der Veranstaltung am Dreikönigstag die Sternsinger mit Kostümen und Weihrauch Spenden, dann ging es um die Sorgen der Landwirtschaft - von der Macht der Lebensmittelgroßhändler bis zum Biogas.
Die Landwirte beschäftigen zum Beispiel die niedrigen Preise für Getreide, die sie derzeit verlangen könnten. "Für 170 bis 180 Euro für eine Tonne Getreide kann ich nicht wirtschaftlich produzieren", sagt der Vorsitzende des Bauernverbandes Biberach-Sigmaringen, Karl Endriß. Den Landwirten mache auch die billigere Konkurrenz aus dem Ausland zu schaffen.
Billige Konkurrenz zu Lasten regionaler Produkte
Die Preise für Butter würden ebenfalls sinken. Gerade in der Milchwirtschaft hätten zwar viele Betriebe in den letzten Jahren Rücklagen bilden können. Die Preise waren relativ hoch. Jetzt, wo sie wieder fallen, seien die Kosten für Löhne und Auflagen hoch.
Kritisiert wurde auch, dass sich Auflagen zu oft ändern würden. Das halte Landwirte von Investitionen ab. Denn es sei nicht klar, ob beispielsweise ein Stall dauerhaft den Anforderungen genüge.
Wohl auch deshalb erntete der baden-württembergische Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk (CDU), immer wieder spontanen Applaus. Er versprach mehr Flexibilität bei Auflagen zum Umweltschutz und mehr Freiheiten bei der Bewirtschaftung der Höfe. Das kam bei den Landwirtinnen und Landwirten gut an.
Hauk will mehr Verantwortung für die Landwirte
"Die Landwirte wissen am besten wie es geht", sagte der Minister. Er kritisierte Forderungen nach mehr Naturschutz-Auflagen scharf - auch solche aus dem von den Grünen geführten Umweltministerium. Außerdem versprach er Förderungen für Investitionen und junge Landwirte, die Höfe übernehmen wollen.
Den Landwirten macht der Wahlkampf Hoffnung. "Da können wir unsere Forderungen entsprechend anbringen", fand zum Beispiel Endriß. Auch die aktuellen Proteste von Landwirte hätten Wirkung gezeigt, hieß es. Für die Interessen der Bäuerinnen und Bauern sei neue Aufmerksamkeit entstanden.
Mit politischer Unterstützung sollen auch weniger Betriebe aufhören. Man hoffe nun, dass junge Menschen zukünftig besser Höfe erfolgreich weiterführen können.