Das Amtsgericht Bad Waldsee hat einen Notarzt freigesprochen, der einen Mann fälschlicherweise für tot erklärt hatte. Angeklagt war der 64 Jahre alte Mediziner wegen unterlassener Hilfeleistung.
Notarzt erklärt Mann fälschlicherweise für tot
Der Notarzt war im Juli 2023 zu einem mutmaßlichen Suizid in ein Wohnhaus in Bad Waldsee (Kreis Ravensburg) gerufen worden. Dort fand er einen Mann mit einer schweren Kopfverletzung. Lebenszeichen konnte der Notarzt keine mehr feststellen. Er füllte daher für den 69-Jährigen einen vorläufigen Totenschein aus.
Polizisten aber merkten im Anschluss: Der Totgeglaubte lebte noch. Er kam ins Krankenhaus, wo er aber wenige Stunden später starb. Dennoch treffe den Arzt keine Schuld, so das Gericht. Er habe nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt und die Vitalwerte überprüft. Letztlich sei ihm ein Diagnoseirrtum unterlaufen. Dieser sei nicht strafbar. Die Staatsanwaltschaft hingegen hatte eine Geldstrafe von 24.000 Euro gefordert, aufgeteilt auf 120 Tagessätze. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.