Ursache ist noch unklar

Jungwaldrappe vom Bodensee auf dem Weg ins Winterquartier verendet

Traurige Nachrichten gibt es vom Waldrapp-Projekt vom Bodensee. In den vergangenen Tagen sind mehrere Jungvögel bei ihrer Migration ins Wintergebiet ums Leben gekommen.

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Von Autor/in Martin Hattenberger

Drei Jungvögel und ein erwachsener Waldrapp sind auf ihrem Zug vom Bodensee in Richtung Toskana in den vergangenen Tagen und Wochen verendet. Passiert sei das in einem Tal in der Nähe des Genfer Sees in der Schweiz, so Anne-Gabriela Schmalstieg vom Waldrappteam.

Wieso die Vögel gestorben sind, ist laut Waldrappteam derzeit noch unklar. Die Ermittlungen laufen derzeit, so Schmalstieg. Die verbliebenen Tiere der Überlinger Kolonie befänden sich nun aber in ihrem Winterquartier oder seien auf dem Weg dorthin in Norditalien unterwegs.

Waldrapp-Wiederansiedlung: Auch Verluste beim Experiment in Frankreich

Auch bei den fünf Jungvögeln, die in Südfrankreich ausgesetzt wurden, gab es Verluste. Ein Tier ist verendet, ein weiterer Vogel wird vermisst. Zwei Vögel sind inzwischen in Andalusien angekommen und halten sich dort auf. Das letzte Tier der Gruppe ist derzeit in der Schweiz und sucht seinen Weg.

Ein Jungwaldrapp mit gebogenem Schnabel.
Waldrapp "Knubbel" ist 2023 in Spanien mutmaßlich abgeschossen worden.

Es war ein erster Versuch, dass die Tiere in Ruoms in Südfrankreich ausgesetzt werden. Die Tiere sollen so selbst ein Winterquartier suchen, denn in den vergangenen Jahren hatten sie oft den Weg über die Alpen nicht mehr geschafft.

Waldrappteam wertet das als "großen Verlust"

Für das Projekt, den in Deutschland ausgestorbenen Vogel wieder anzusiedeln, ist das ein herber Rückschlag. "Eine gewisse Sterblichkeitsrate im ersten Lebensjahr ist zwar normal", sagt Anne-Gabriela Schmalstieg vom Waldrappteam. Aber die jüngsten Todesfälle seien ein großer Verlust.

Von insgesamt zwölf Jungvögeln, die Ende Mai in Überlingen (Bodenseekreis) geschlüpft sind, ist damit nur noch die Hälfte am Leben.

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