Sie gilt als die größte, private Muschelsammlung der Welt: 250.000 maritime Muscheln und Schnecken hat Bernd Kapitza zusammengetragen. Faszinierende, seltene, wunderschöne und giftige Muscheln - und zu jeder weiß der Landschaftsarchitekt spannende Geschichten zu erzählen. Leider wird es dieses Kleinod in Ochsenhausen (Kreis Biberach) nicht mehr lange geben: zu wenig Besucher kommen seit Corona ins Muschelmuseum und das Haus muss verkauft werden.
Der "Herr der Muscheln" mit Herz für die bedrohten Arten
Bernd Kapitza ist der Herr der Muscheln. In seinem Muschelmuseum in Ochsenhausen steht gleich am Eingang: die Mördermuschel. 180 Kilogramm schwer, die größte Muschel der Welt. 45 Jahre hat der Hobbytaucher und Wildnis-Freak eine Viertelmillion Raritäten gesammelt oder ersteigert: Muscheln und Schnecken aller Arten und Farben aus der ganzen Welt - wie bunte Baumschnecken, Kegelschnecken, Venus- und Herzmuscheln.
Muscheln haben wunderschöne Farbmuster und Formen, sind skurril - das sind Kunstwerke.
Muscheln als Inspiration für Erfinder und Künstler
Muscheln und Meeresschnecken zählen zu den ältesten und komplexesten Lebewesen. Mit ihren Formen haben sie Designer und Tüftler zu Erfindungen wie Turbinen, Schaufelrädern, Spiralbohrern oder tollen Farbdrucken angeregt. Auch Stararchitekten haben sich von den Muscheln ihre Kreationen abgeguckt. Zum Beispiel hat die "Wundersame" Patin für das Design des New Yorker Guggenheim Museums gestanden. Norman Foster hat nach der sogenannten Sonnenuhr-Schnecke die Reichstagskuppel in Berlin gebaut.
Durch Meereserwärmung sterben immer mehr Muscheln aus
Alles andere als spaßig findet Bernd Kapitza , dass sehr viele seiner Muscheln und Schnecken bereits unter Artenschutz stehen oder ausgestorben sind. Diese wunderbaren Schätze der Meere - zerstört durch den Menschen. Durch Meereserwärmung, Entsalzungsanlagen, Mikroplastik und zehntausende Giftstoffe. Auch deshalb will er sie bewahren.
Das Tier ist eigentlich schutzlos und deswegen wollen wir besonders aufmerksam machen auf dieses wundervolle Geschöpf.
Muschelmuseum in Ochsenhausen soll im Herbst schließen
Leider schlägt schon bald die letzte Stunde für sein Museum. Zum einen kämen seit Corona deutlich weniger Besucherinnen und Besucher. Zum anderen wird das Museumsgebäude verkauft - wegen eines Erbfalls. Für den Muschelliebhaber und -kenner Bernd Kapitza keine leichte Entscheidung: "Traurig bin ich schon, sehr traurig. Noch ist es ein halbes Jahr hin, aber wenn dann die letzten Führungen anstehen mit Besuchern, das wird sicher schwierig." Am liebsten würde er die Sammlung an einen ambitionierten Muschelliebhaber als Ganzes verkaufen, damit die Schätze weiterleben dürfen.