Nach dem Zugunglück bei Riedlingen im Kreis Biberach sollen Anfang November auf der Strecke zwischen Sigmaringen und Ulm wieder Züge fahren können. Die Bahn hat mit den Vorbereitungen für die Instandsetzung begonnen.
Instandsetzung der Strecke wird noch geplant
Bevor die Strecke repariert werden kann, müssten zunächst Gleise, Schotter und Schwellen entfernt werden, teilte eine Sprecherin der Bahn dem SWR mit. Die eigentliche Instandsetzung werde im Moment jedoch erst noch geplant.
Bei dem Unglück vor vier Wochen ist ein Regionalexpress von Sigmaringen nach Ulm in der Nähe von Riedlingen entgleist. Drei Menschen kamen dabei ums Leben, dutzende Fahrgäste wurden verletzt. Als Unfallursache gilt ein Hangrutsch an der Strecke, der durch starke Regenfälle ausgelöst wurde.
Zugunglück bei Riedlingen: Notfallseelsorge zieht Bilanz
Bei dem Unglück waren mehr als ein Dutzend Mitarbeiter der ökumenischen Notfallseelsorge im Kreis Biberach im Einsatz. Diakon Hans-Jürgen Hirschle vom Leitungsteam hat im Gespräch mit der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA) eine Bilanz des Einsatzes gezogen.
Die Angehörigen der drei Toten würden mittlerweile in ihrer Heimat betreut. Der Lokführer und der getötete Auszubildende der Zuggesellschaft stammten aus dem Raum Singen im Kreis Konstanz. Der Ehemann der getöteten Frau sei am Unglücksabend vom Team vor Ort begleitet worden.
Notfallseelsorger sprechen mit Anwohnern
Direkt nach dem Unfall hätten Notfallseelsorger zudem Menschen aufgesucht, die nahe der Unglücksstelle wohnen. Rund eine Woche nach dem Zugunglück gab es außerdem noch einen Termin mit der Bundespolizei, die für die Bahn zuständig ist. Dabei konnten Fahrgäste Utensilien, die im entgleisten Zug geborgen wurden und keinem bestimmten Fahrgast zugeordnet werden konnten, abholen.
Einsatz für die Notfallseelsorge zunächst abgeschlossen
Zu dem Termin seien leicht und mittelschwer Verletzte gekommen, so Hirschle. Auch dabei waren Notfallseelsorger anwesend. Damit war ihr Einsatz zunächst abgeschlossen. In den nächsten Wochen werde es noch eine Nachbesprechung der Notfallseelsorge im Landkreis Biberach geben.
Hirschle war selbst einige Zeit bei der Bahn beschäftigt, davon allein sieben Jahre als Fahrdienstleiter. Am Abend des Zugunglücks betreute der 68-Jährige als ehrenamtliches Mitglied im Leitungsteam der Notfallseelsorge im Landkreis Biberach Angehörige in einem Bürgerzentrum.
Psychologische Hilfe für die Einsatzkräfte beim Zugunglück
Auch für die Einsatzkräfte vor Ort gab es Unterstützung durch Notfallpsychologen. Robert Hohl ist einer der Leiter der Psychosozialen Notfallversorgung für Einsatzkräfte im Kreis Biberach. An dem Abend hätten seine Kolleginnen und Kollegen versucht, für die Einsatzkräfte da zu sein - wenn diese an ihre Belastungsgrenze gegangen sein, eine Pause oder jemanden zum Reden gebraucht hätten. Die meisten hätten das Geschehen bis heute gut verarbeitet, meint Hohl.
Ich glaube, dass die meisten, wenn nicht alle, auch gut wieder rausgegangen sind aus dem Einsatz.
Die einzelnen Einheiten, zum Beispiel die Feuerwehren oder die Bereitschaften vom Roten Kreuz, seien füreinander dagewesen. Und das sei das Wichtigste nach solchen Einsätzen, sagt Hohl. So könnten die Betroffenen einen Einsatz gut verarbeiten und seien fit für den nächsten Einsatz.