Drei Tote und fast 40 Verletzte

14 Tage nach dem Zugunglück bei Riedlingen: Was ist bekannt?

Am Sonntag vor zwei Wochen ist bei Riedlingen im Kreis Biberach ein Zug verunglückt. Dabei starben drei Menschen, fast 40 wurden verletzt. Ein Überblick, was seitdem geschah.

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Stand

Am Sonntag, dem 27. Juli, ist ein Regionalexpress in der Nähe des Riedlinger Stadtteils Zell-Bechingen entgleist. Drei Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben. Bei den Toten handelt es um den 32-jährigen Lokführer und einen 36-jährigen Auszubildenden der Zuggesellschaft aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis sowie eine 70 Jahre alte Reisende aus dem Kreis Sigmaringen. Zudem wurden 36 Menschen verletzt, zum Teil schwer. Die meisten Verletzten konnten die Krankenhäuser mittlerweile wieder verlassen, drei Schwerverletzte wurden bis zum Ende der zweiten Woche nach dem Unglück noch behandelt. Einige Fragen zum Unglück sind noch offen.

Erde liegt nach einem Hangrutsch auf den Gleisen, im Hintergrund ist der entgleiste Regionalexpress auf der Strecke zu sehen. Bei dem Zugunglück im Südosten Baden-Württembergs sind drei Menschen ums Leben gekommen.
Ein Hangrutsch führte am 27. Juli dazu, dass der Regionalexperess entgleiste.

Die offiziellen Ermittlungen zu den Ursachen für das Bahnunglück sind zwar noch nicht abgeschlossen, doch Polizei und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass der Zug entgleiste, weil es zu einem Erdrutsch auf die Gleise kam. Den Erdrutsch soll ein übergelaufener Abwasserschacht nach einem Unwetter ausgelöst haben. Neben Polizei und Staatsanwaltschaft untersuchen auch die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung das Unglück bei Riedlingen. Ein Sprecher der Behörde geht davon aus, dass ein Abschlussbericht erst in mehreren Monaten fertig wird.

Bahnstrecke galt laut Schienenverkehrsforschung als gefährdet

Die Unfallstelle war auf der Gefahrenkarte des Deutschen Zentrums für Schienenverkehrsforschung entsprechend markiert, wie auch andere Strecken in der Region Bodensee-Oberschwaben.

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Um die Untersuchungen an der Unfallstelle zu beginnen, musste die Wrackteile des verunglückten Zuges erst geborgen werden. Anders als zunächst angenommen, dauerte es länger, erst drei Tage nach dem Unglück war die Bergung abgeschlossen.

Das Zugunglück beschäftigt weiterhin auch die vielen Einsatzkräfte, die sich etwa um die Verletzten kümmerten. So berichtete etwa eine Ulmer Notärztin, die zum Unglücksort geschickt worden war, von ihren Eindrücken. Ein Reisender aus Ludwigsburg sprach im Krankenbett darüber, wie er den Unfall erlebt hat.

Gedenkgottesdienst in Zwiefalten

Am Freitag nach dem Unglück wurde der Opfer in einem Gedenkgottesdienst in der Klosterkirche Zwiefalten (Kreis Reutlingen) gedacht. Dazu kamen 500 Menschen, darunter viele Einsatzkräfte in Uniformen, Politiker wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) sowie Bahnchef Richard Lutz. Am Abend nach dem Gedenkgottesdienst trafen sich Betroffene, Anwohner und Helfer bei einer Veranstaltung der ökumenischen Notfallseelsorge im Bürgerhaus Zell-Bechingen, um die Geschehnisse aufzuarbeiten.

An der Unfallstelle bei Riedlingen bleiben rund 200 Metern verbogene Schienen und ein stark ramponiertes Gleisbett zurück. Laut Bahn werde das Ausmaß des Schadens immer noch untersucht und eine Reparatur der Strecke geplant. Bis Anfang November bleibt die Bahnstrecke zwischen Herbertingen (Kreis Sigmaringen) und Munderkingen (Alb-Donau-Kreis) weiterhin gesperrt.

Die Gleise, auf denen der Regionalexpress RE55 bei Riedlingen verunglückt ist.
Rund 200 Meter verbogene Gleise bleiben zurück nach der Bergung aller Zugwracks.

GDL-Mann ist froh, dass Unfallstrecke noch gesperrt ist

Der Streckensperrung konnte ein Bezirksvorsitzender der Lokführergewerkschaft GDL sogar etwas Positives abgewinnen. So sagte Nico Rebenack der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" vor einigen Tagen: "Dass die Strecke noch immer gesperrt ist, ist für die Lokführer ein Stück weit ein Segen. Wenn man direkt nach einem solchen Unglück an der Unfallstelle vorbeimuss, das ist schlimm." Rebenack sagte, er hätte verstanden, wenn Lokführer in den Tagen nach dem Unglück daheim geblieben wären. Es habe aber nicht mehr Krankmeldungen gegeben.

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Moritz Kluthe
SWR-Redakteur Moritz Kluthe Autor Bild

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