Es regnet in Strömen und Besucher sind am Mittwochmorgen noch nirgendwo zu sehen. Trotzdem treffen ständig Menschen ein und überqueren im Schutz ihrer Schirme die Brücke zur Mainau. Denn damit die Blumen der weltberühmten Insel wirklich ein Erlebnis sind, braucht es zahlreiche Hände.
Die Gärtnerinnen und Gärtner auf der Mainau kümmern sich um 12.000 Dahlien
In Regenkleidung eingepackt arbeitet Gärtnerin Carolin Weise. Wir treffen sie unterhalb der Wassertreppe. Dort blühen gerade etwa 12.000 Dahlien. Ihre Farben leuchten auch im Grau des Regens, als wüssten sie, dass die Besuchenden gerade darüber abstimmen können, welche von ihnen die Schönste ist. Noch bis 5. Oktober können Besucherinnen und Besucher ihre Lieblingssorte wählen.
"Wir haben hier 287 Sorten", erklärt Weise. "Da sind auch sehr offene Sorten dabei, an die zum Beispiel Bienen gerne gehen". Bei diesen kämen die Insekten leicht an die Pollen. Eine Favoritin hat die Gärtnerin noch nicht. "Wenn man jeden Tag in den Dahlien arbeitet, ist es schwierig, da einen Favoriten zu finden". Roland Bronner knipst daneben die Blüten von den Dahlien ab, die nicht mehr schön sind. "Wir kommen hier bei so vielen Pflanzen nur einmal die Woche durch, deshalb müssen wir ein bisschen schärfer schneiden als im Garten."
In einem Cafe werden Jugendliche gefördert, bevor sie ins Arbeitsleben starten
Etwas oberhalb der Gewächshäuser auf der Insel Mainau liegt das Café Vergissmeinnicht. Ein gemütliches kleines Café mit leckeren Kuchen und Snacks aus regionalen Produkten. Das Besondere: Dort arbeiten Jugendliche mit einem besonderen Förderbedarf. Sie lernen die Arbeit in Gastronomie und auch im Garten kennen.
Danach finden viele von ihnen einen Job: "80 Prozent der Jugendlichen können wir vermitteln", erklärt Sandra Gräfin Bernadotte. Sie ist Sozialpädagogin und Geschäftführerin des Cafés. Für sie ist das Café ein Herzensprojekt. Die Jugendlichen arbeiten in der Küche und hinter dem Tresen im Gespäch mit den Gästen. "Wir sehen hier, wie sich die Jugendlichen entwickeln und ihren Weg finden", freut sich die Sozialpädagogin. Zwölf Monate arbeiten die Jugendlichen üblicherweise im "Café Vergissmeinnicht".
SWR-Reporterin Tina Löschner aus dem Café Vergissmeinnicht:
Eine der schärfsten Chilisorten bei der Herbstausstellung
Weniger lieblich als Dahlien aber ebenfalls vielfältig - die Chilis, die auf der Insel Mainau ab dem 19. September bei der Herbstausstellung zu sehen sein werden. 84 Sorten haben sich in den Gewächshäusern schon angesammelt, über 4.000 gibt es weltweit, verrät Gartenplaner Jonathan Fergg. Besonders scharf: Die Sorte Carolina Reaper, die ebenfalls gerade auf der Mainau wächst. "Die sieht schon gefährlich aus", findet Fergg und zeigt eine leicht schrumpelige, kleine Schote.
SWR-Reporterin Tina Löschner bei der Dahlienschau: