Die Reichenau - eine Insel im Bodensee mit Gemüse, Gewächshäusern, Kirchen und ganz viel Geschichte. Mit allem, was früher auf der Insel los war, kennt sich Karl Wehrle aus. Er ist Vorsitzender der Stiftung Welterbe Klosterinsel Reichenau und des Museumsvereins und hat sich mit SWR-Reporterin Friederike Fiehler auf einen Schwatz getroffen.
Ihren Titel als "UNESCO-Welterbe" hat die Reichenau verdient, findet Wehrle. Trotzdem zeigt er sich durchaus beeindruckt von dem Titel: "Wir sind da in illustrer Gesellschaft, wir werden in einem Atemzug genannt mit den Pyramiden in Ägypten oder dem Kölner Dom".
Die Insel sei etwas ganz besonderes, die ganze Insel habe Geschichte, die Bedeutung beschränke sich nicht auf ein Bauwerk. Wehrle nennt die drei romanischen Kirchen oder die Kunst des frühen Mittelalters: "Hier wurden die wertvollsten Bücher geschrieben".
Kinder lernen, wie die Mönche früher geschrieben haben
Was es mit solchen Büchern auf sich hat und wie es sich anfühlt, mit Tinte und Feder zu schreiben, lernen Kinder am Mittwoch im Museum auf der Reichenau. Bei einem Workshop binden sie Bücher und malen Majuskeln, also illustrierte Großbuchstaben am Anfang einer Seite.
Eine App lässt Besuchern die Geschichte der Insel Reichenau erleben
Magdalena Seitz öffnet die "Zeigmal-App". Auf ihrem Handy erscheint die Straße vor ihr. Sie arbeitet für die Tourist-Info der Reichenau. Ein kleiner Schwenk und das längst nicht mehr existierende Gasthaus erscheint. Eine Straße weiter gibt es eine Prozession zu sehen. "Mit der App können Touristen und Einheimische auf eigene Faust und in eigenem Tempo die Insel erkunden".
Für Interessierte gäbe es verschiedene Medien zur Auswahl: "Man kann alte Fotos entdecken und es gibt Tonspuren, die unsere Gästeführerinnen aufgenommen haben". Damit könne man auch Dinge über die Insel erfahren, die nicht jeder wisse: "Man sieht zum Beispiel nicht auf den ersten Blick, dass für den Gemüseanbau 60.000 Meter Wasser-Leitung verlegt wurden".
Auf der Reichenau darf das Gemüse nicht fehlen
Gerade hat auf der Insel Reichenau viel Gemüse Saison. Rosmarie Blum steht zwischen Regalen, die voll sind mit Tomaten, Salat und Radieschen. Sie leitet den Gemüsepavillon, wo Gemüse von Reichenauer Produzenten vertrieben wird.
Das Gemüse auf der Gemüseinsel Reichenau sei selbstverständlich besonders frisch, erklärt sie: "Wir haben hier kurze Wege, das wird am Morgen geerntet und am Mittag ist das Gemüse schon im Laden". Die Kunden schätzen die regionalen Produkte, viele kommen regelmäßig extra auf die Reichenau, um ihre Kühlschränke zu füllen.
Camper lieben die Sonnenuntergänge an der Sandseele
Die Sonnenuntergänge am See vor der Sandseele, von denen erzählen zahlreiche Camper, die hier Urlaub machen. Viele kommen immer wieder zurück. Maren Kraus, die stellvertretende Geschäftsführerin des Campingplatzes Sandseele, steckt noch mitten in der Hauptsaison: "da gibt es immer allerhand zu tun".
Wohnmobil nach Wohnmobil biegt in Richtung Stellplätze ab. Damit die Camper nicht nur die Insel überfluten, gebe die Gemeinde Gästekarten und Rabatte für umliegende Attraktionen aus. Das helfe, Konflikte mit den Einheimischen zu vermeiden. Genau wie für die Camper ist der Campingplatz ein besonderer Ort für sie: "Das ist ein besonderes Gefühl hier zu sein. Da muss man gar nicht mehr weit weg, man ist hier schon im Paradies."