Nur einzelne Spaziergänger laufen am Morgen durch das ehemalige Landesgartenschau-Gelände in Wangen im Kreis Ravensburg. Vor einem Jahr fand in Wangen die Landesgartenschau 2024 statt. Jetzt sind die Menschenmassen verschwunden, die das Gelände im vergangenen Jahr erleben wollten.
Was bleibt von der Landesgartenschau in Wangen?
Mit fast einer Million Besucher hatte die Veranstaltung die Erwartungen der Stadt deutlich übertroffen. SWR-Reporter Thorben Langwald hat sich am Mittwoch dort umgesehen. Er ging der Frage nach, wie sich das Gelände seitdem verändert hat – und was die Landesgartenschau mit der Stadt gemacht hat.
Die großzügige Anlage mit den Blumenbeeten, renaturierten Ufern und Baumanlagen ist geblieben. Und nicht nur das, die Stadt Wangen habe durch die Landesgartenschau enorm profitiert, betont Oberbürgermeister Michael Lang. "Wir haben einen neuen Park dazugewonnen und einen neuen Stadtteil mit 1.500 Einwohnern und 600 Arbeitsplätzen."
Organisatoren blicken zufrieden auf insgesamt 164 Tage Wangen im Allgäu verabschiedet sich von der Landesgartenschau
Am Sonntag ist in Wangen im Allgäu die Landesgartenschau zu Ende gegangen. Seit Ende April kamen knapp eine Million Besucher. Damit wurden alle Erwartungen übertroffen.
Damit der Park schön bleibt, dafür arbeiten städtische Mitarbeitende, ein Mäh-Roboter – und Matthias Jakob mit seinen 20 Schafen und Hund Arai. Kaum ist die Autotür offen, springt letzterer auch schon über den Elektrozaun und treibt die Herde zusammen.
Das ehemalige Landesgartenschau-Gelände wird auch weiter verschönert
Mit drei Jahren ist der Border Collie noch nicht fertig zum Hütehund ausgebildet. Die Herde aus Steinschafen und Scottish Blackfaces hat er trotzdem gut im Griff.
Von Mai bis schätzungsweise noch Oktober sind sie hier. Während dieser Zeit weiden die Schafe in wechselnden Parzellen auf dem Landesgartenschau-Gelände. Je nach Größe der Parzelle ziehen sie nach einigen Tagen bis wenigen Wochen um.
Dabei würden oft Wangenerinnen und Wangener, die sich schon an die Schafe gewohnt haben, helfen. "Die stehen dann an den Brücken und helfen, damit die Tiere sicher ankommen und die anderen Passanten kurz warten“, freut sich Jakob.
Die Schafe sind bei den Parkbesuchenden beliebt
Überhaupt freue er sich über die Begegnungen am Rand der ungewöhnlichen Weide. Anfangs habe er Sorgen gehabt, ob vielleicht sogar Schafe gestohlen werden könnten. Die Passanten aber liebten die Schafe auf ihrer Weide. "Man hat als Schäfer auch nicht den ganzen Tag Zeit, um mit den Schafen zu schmusen. Aber die Leute hier streicheln sie gerne und machen mir die Schafe zahm.“ Auch SWR-Reporter Thorben Langwald wird schon nach einigen Minuten von einem freundlichen Steinschaf angeknabbert.
Die Menschen, die in den Wohnungen am Rand des Landesgartenschau-Geländes wohnen, genießen die nach der Veranstaltung eingekehrte Ruhe. "Inzwischen ist es wie ein kleines Paradies“, erzählt eine Anwohnerin.