Am Bodensee kehrt Ruhe ein. Die Saison 2025 auf dem Campingplatz Gohren in Kressbronn im Bodenseekreis ist vorbei. Für die Camper bedeutet das Abschied nehmen – nicht nur vom Sommer, sondern auch von der Gemeinschaft, die sie über die Monate hinweg aufgebaut haben. Doch wie jedes Jahr mischt sich in die Wehmut auch die Vorfreude auf die nächste Saison.
Abbau und Abschied: Auf dem Campingplatz Gohren ein Ritual mit Humor
Michael aus Aulendorf (Kreis Ravensburg) und Carsten und Nicole, die eigentlich in Rutesheim (Kreis Böblingen) leben, waren hier praktisch Nachbarn. Für sie beginnt der letzte Tag der Saison mit dem Abbau ihres gemeinsamen Bootes. "Das ist überhaupt kein spaßiger Part hier", gibt Michael zu, während sie das Boot winterfest machen. Mit einem Augenzwinkern wird gefrotzelt: "Das W-Wort ist bei mir verboten am Platz", sagt Carsten und meint damit den Winter.
Beim Aufräumen kommen im Boot sogar blonde Haare zum Vorschein. Die sorgen für einige Lacher und Spekulationen. "Die Haare scheinen nicht von dir zu sein", wird Michael aufgezogen. Er zieht sich mit einem verschmitzten "Ein Gentleman schweigt" aus der Affäre.
Auch der Wohnwagen von Carsten und Nicole muss vom Stellplatz. "Normal bringt mir meine Frau jetzt das Kniekissen. Aber tut sie heute nicht", scherzt Carsten, während er sich an die Arbeit macht. Trotz der Scherze ist die Stimmung bei den Campern gedrückt: "Gefühlt war es gestern, wo wir alles aufgebaut haben", sagt Michi, während er die letzten Handgriffe erledigt.
Vom Naturschutzgebiet ins Winterquartier
Die Regeln im Naturschutzgebiet rund um den Campingplatz sind klar: Alle Wohnwagen und Mietobjekte müssen ins Winterquartier umziehen. "Der ganze Platz muss für die nächste Saison vorbereitet werden", erklärt Dirk, Teamleiter auf dem Campingplatz. Laub wird entfernt, die Plätze werden hergerichtet. Auch im Winter gibt es für das Team vor Ort genug zu tun.
Freundschaft und Abschiedsrituale nach einer gemeinsamen Saison auf dem Campingplatz
Für viele Camper ist Gohren mehr als nur ein Urlaubsort. Es ist ein Ort der Freundschaft und Gemeinschaft. Das zeigt sich auch, als Andy, frisch verheiratet mit seiner Frau Lena, beim Abbau des Wohnwagens von Nachbar Michi aushilft. "Eigentlich hasse ich ja so eine Arbeit", gibt Andy zu, doch für seinen Freund packt er mit an. Die enge Verbindung zwischen den Campern wird auch bei einem letzten gemeinsamen Ramazzotti-Abend am "Rama-Eck" deutlich. "Lang war die Saison, schön war sie, aber jetzt langt es auch", sagt Moni, bevor sie ihre Halbe hebt. Doch die Abschiedsstimmung ist spürbar: "Jedem Abschied wohnt ein Zauber inne", heißt es zum Schluss.
Auch wenn die Camper den Winter nicht herbeisehnen, wissen sie, dass das nächste Frühjahr neue Abenteuer und gemeinsame Stunden am Bodensee bringen wird. "Man darf es hier genießen ein halbes Jahr, das ist die Hauptsache", sagt Nicole zum Abschied. Und so endet die Saison 2025 in Gohren mit einem lachenden und einem weinenden Auge – und einem letzten gemeinsamen Foto am See.