Nervenkitzel beim Casting für "La traviata"

Bregenzer Festspiele nehmen mögliche Statisten unter die Lupe

Noch ist es eine ganze Weile hin, bis am Bodensee wieder die Bregenzer Festspiele beginnen. Doch die Vorbereitungen laufen - etwa beim Statisten-Casting vergangenen Samstag.

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Von Autor/in Bernhard Hentschel

Bei den Bregenzer Festspielen steht diesen Sommer die Oper "La traviata" von Giuseppe Verdi auf dem Programm. Bis dahin dauert es noch. Die Vorbereitungen allerdings sind schon angelaufen. So sind die Gesangsrollen besetzt, bald beginnt der Bühnenaufbau. Und vergangenen Samstag wurden Statisten für die Inszenierung gecastet. 20 sollen im Sommer auf der Seebühne mit auftreten.

Bloß nicht tanzen: Kandidaten wissen nicht, was auf sie zukommt

Warten, locker bleiben und dann wieder warten: Für viele der rund 40 Kandidaten aus Deutschland und Österreich bedeutete das Casting schon etwas Nervenkitzel. Sie wussten nicht, was auf sie zukommt. So ging es auch Richard Ebert aus Wangen im Allgäu (Kreis Ravensburg), der in Bregenz schon einmal als Statist dabei war. Auch er war nervös: "Das ist meine größte Angst: Wenn man hier etwas tanzen muss, wird es schwierig. Schauen wir mal."

Der Maler und Gerüstbauer war mit seiner Partnerin Maria zum Casting gekommen. Auch sie ist schon mal Statistin bei den Festspielen gewesen. Und sie scheint für alles gewappnet zu sein: „Als Kind habe ich tatsächlich mehrere verschiedene Dinge gemacht, was Tanzen angeht, Akrobatik, Gymnastik. Ich hoffe, ich kann davon heute noch zehren.“

Chefchoreograph setzt erst mal auf Bewegungsübungen

Doch Tanzen mussten die Kandidatinnen und Kandidaten nicht - vorerst. Chefchoreograph Thomas Wilhelm wollte etwa sehen, wie sich die Männer und Frauen bewegen: wie sie langsam gehen, wie sie gehen, als ob sie verfolgt würden oder wie sie als Betrunkene gehen. Wilhelms Auswahlkriterium: verschiedene Altersgruppen, verschiedene Nationalitäten, verschiedene Körpergrößen, die alle eine Gruppe bilden. Sie zu finden sei wichtig, um die 20 Statistenrollen zu besetzen, erklärte der Choreograph.

Entsprechend durchmischt waren die Bewerberinnen und Bewerber. Unter ihnen waren eine Schülerin ebenso wie Menschen, die im Büro arbeiten oder im Handwerk. Die meisten haben sich beworben, weil sie erleben möchten, wie eine große Opernproduktion hinter den Kulissen abläuft. Andere suchen den Kick, wie Bernd Klasen aus Vorarlberg. Der gebürtige Stuttgarter war schon oft Komparse. Es sei sein Hobby, er liebe das Bühnenfieber, sagte er dem SWR.

Und dann doch tanzen: Die rund 40 Kandidatinnen und Kandidaten schauen zu, wie es gehen soll.
Und dann doch tanzen: Die rund 40 Kandidatinnen und Kandidaten schauen zu, wie es gehen soll. Bernhard Hentschel

Klasen allerdings schafft es am Ende nicht. Ob es am Tanzen lag? Denn tanzen mussten die gut 40 Frauen und Männer dann doch noch, auch Richard Ebert und seine Partnerin Maria Peuschel.

Sie aber schafften auch das, sodass es am Ende hieß: Ihr seid dabei im Sommer auf der Seebühne! Für einige andere hieß es hingegen: nach Hause fahren und beim nächsten Mal vielleicht wieder probieren.

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Bernhard Hentschel
SWR-Redakteur Bernhard Hentschel Autor Bild
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Dirk Polzin
SWR-Redakteur Dirk Polzin Autor Bild

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