Insgesamt rund 3.000 Beschäftigte in den Zentren für Psychiatrie Bad Schussenried (Kreis Biberach) und Ravensburg-Weissenau hatte die Gewerkschaft ver.di zum Streik aufgerufen. Etwa 250 machten ihr zufolge mit und beteiligten sich an einem Demonstrationszug vom ZfP Weissenau zum Ravensburger Marienplatz.
Ver.di fordert sieben Prozent mehr Lohn für ZfP-Beschäftigte
Die Beschäftigten, darunter 20 aus Bad Schussenried, waren laut ver.di um 12 Uhr aufgebrochen und haben um 13 Uhr auf dem Marienplatz in der Ravensburger Innenstadt an einer Kundgebung teilgenommen. Die Versorgung von Patienten ist am Mittwoch über Notdienstvereinbarungen gewährleistet worden, so ver.di.
Die Beschäftigten fordern zusammen mit ver.di sieben Prozent mehr Lohn im Monat, mindestens aber 300 Euro zusätzlich, um die unteren Lohngruppen zu stärken, so die Gewerkschaft. Zudem sollen das Gehalt für Nachwuchskräfte um mindestens 200 Euro steigen sowie alle Zeitzuschläge um 20 Prozentpunkte.
Mitarbeitende klagen über zunehmende Arbeitsbelastung
Der Grund für die Forderung und den Streik: Die Beschäftigten müssten bei zu geringem Lohn immer mehr psychisch kranke Menschen betreuen. Die Arbeitgeber aber würden bislang nicht reagieren. Dabei sei ein ordentlicher Tarifabschluss angesichts der massiv zunehmenden Arbeitsbelastung das absolute Minimum an Wertschätzung, heißt es in Weissenau und Bad Schussenried. Vor gut einer Woche hatte es deshalb schon einmal einen Warnstreik gegeben, an allen neun ZfP-Standorten im Land.
Inzwischen ebenfalls geäußert hat sich zu den Lohnverhandlungen die Arbeitgeberseite: Nach Angaben der ZfP-Geschäftsleitung sei man ver.di entgegengekommen. Sieben Prozent mehr Lohn allerdings seien nicht drin, sagte Frank Kuhn vom Zentralbereich Personal und Qualität dem SWR. "Was angeboten wurde, ist eine Lohnsteigerung um 5 Prozent - allerdings bei einer längeren Laufzeit des Tarifvertrags", so Kuhn. Er hoffe auf eine konstruktive Verhandlungsrunde in der nächsten Woche, bei der man am Ende hoffentlich zu einem vernünftigen Ergebnis komme.