250 Mitarbeitende legen Arbeit nieder

Streikdemo in Ravensburg: ZfP-Beschäftigte fordern mehr Lohn

Am Mittwoch gab es erneut einen Warnstreik in den Zentren für Psychiatrie Bad Schussenried und Ravensburg-Weissenau. Beschäftigte demonstrierten in der Ravensburger Innenstadt.

Teilen

Stand

Von Autor/in Dirk Polzin

Insgesamt rund 3.000 Beschäftigte in den Zentren für Psychiatrie Bad Schussenried (Kreis Biberach) und Ravensburg-Weissenau hatte die Gewerkschaft ver.di zum Streik aufgerufen. Etwa 250 machten ihr zufolge mit und beteiligten sich an einem Demonstrationszug vom ZfP Weissenau zum Ravensburger Marienplatz.

Ver.di fordert sieben Prozent mehr Lohn für ZfP-Beschäftigte

Die Beschäftigten, darunter 20 aus Bad Schussenried, waren laut ver.di um 12 Uhr aufgebrochen und haben um 13 Uhr auf dem Marienplatz in der Ravensburger Innenstadt an einer Kundgebung teilgenommen. Die Versorgung von Patienten ist am Mittwoch über Notdienstvereinbarungen gewährleistet worden, so ver.di.

ZfP-Beschäftigte ziehen durch Ravensburg. Die Gewerkschaft ver.di hatte sie zum Streik aufgerufen.
Beschäftigte des Zentrums für Psychiatrie (ZfP) nehmen an der Kundgebung auf dem Ravensburger Marienplatz teil.

Die Beschäftigten fordern zusammen mit ver.di sieben Prozent mehr Lohn im Monat, mindestens aber 300 Euro zusätzlich, um die unteren Lohngruppen zu stärken, so die Gewerkschaft. Zudem sollen das Gehalt für Nachwuchskräfte um mindestens 200 Euro steigen sowie alle Zeitzuschläge um 20 Prozentpunkte.

Mitarbeitende klagen über zunehmende Arbeitsbelastung

Der Grund für die Forderung und den Streik: Die Beschäftigten müssten bei zu geringem Lohn immer mehr psychisch kranke Menschen betreuen. Die Arbeitgeber aber würden bislang nicht reagieren. Dabei sei ein ordentlicher Tarifabschluss angesichts der massiv zunehmenden Arbeitsbelastung das absolute Minimum an Wertschätzung, heißt es in Weissenau und Bad Schussenried. Vor gut einer Woche hatte es deshalb schon einmal einen Warnstreik gegeben, an allen neun ZfP-Standorten im Land.

Inzwischen ebenfalls geäußert hat sich zu den Lohnverhandlungen die Arbeitgeberseite: Nach Angaben der ZfP-Geschäftsleitung sei man ver.di entgegengekommen. Sieben Prozent mehr Lohn allerdings seien nicht drin, sagte Frank Kuhn vom Zentralbereich Personal und Qualität dem SWR. "Was angeboten wurde, ist eine Lohnsteigerung um 5 Prozent - allerdings bei einer längeren Laufzeit des Tarifvertrags", so Kuhn. Er hoffe auf eine konstruktive Verhandlungsrunde in der nächsten Woche, bei der man am Ende hoffentlich zu einem vernünftigen Ergebnis komme.

Busse und Bahnen in Baden-Württemberg Streiks im Nahverkehr: "Viele sehen unseren harten Job nicht"

Der Streik im kommunalen Nahverkehr am Montag sorgt auch in BW für Probleme. Die Beschäftigten fordern Verständnis für den Streik und mehr Wertschätzung für ihre Arbeit.

SWR Aktuell Baden-Württemberg SWR BW

Konstanz

"Kein gescheites Angebot" Warnstreik: Beschäftigte von Uni und Hochschule in Konstanz fordern mehr Geld

Mehr als 100 Streikende von Uni und Hochschule sind am Mittwoch in Konstanz auf die Straße gegangen. Sie forderten mehr Gehalt - und ärgern sich über die aktuelle Teilzeit-Debatte.

Ravensburg

ver.di fordert mehr Lohn für immer höhere Belastungen ZfP-Beschäftigte in Bad Schussenried, Weissenau und Reichenau legen Arbeit nieder

Am landesweiten Streik der Zentren für Psychiatrie (ZfP) beteiligen sich am Montag auch Mitarbeitende in der Region Bodensee-Oberschwaben. Sie fordern sieben Prozent mehr Lohn.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Dirk Polzin
SWR-Redakteur Dirk Polzin Autor Bild

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!