Zum Fahrplanwechsel

Nach Zugunglück: Zwischen Riedlingen und Munderkingen fahren wieder Züge

Die Reparatur- und Hangsicherungsarbeiten dauerten länger als geplant: Knapp fünf Monate nach dem Zugunglück bei Riedlingen im Kreis Biberach können jetzt wieder Züge fahren.

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Stand

141 Tage nach dem Zugunglück in Zell-Bechingen, einem Teilort von Riedlingen (Kreis Biberach), sind die Gleise repariert, Kabel ausgetauscht und die Böschungen gesichert. Seit dem Wechsel auf den Winterfahrplan fahren dort wieder Züge. Gleisanlage und Böschungen wurden zuletzt geprüft und abgenommen. Fahrgäste auf der Donautalbahn müssen nicht mehr auf Busse umsteigen oder größere Umwege in Kauf nehmen.

Starkregen gilt als Ursache für das Unglück

Erdreich, das während eines Unwetters in den Abendstunden des 27. Juli aus einer Böschung auf die Gleise gespült wurde, gilt als Auslöser des Unglücks. Ein Regionalzug war dabei auf dem Weg von Sigmaringen nach Ulm entgleist. Die vier Wagen des Zuges verkeilten sich auf der eingleisigen Strecke ineinander. Sie verläuft auf diesem Abschnitt in einer Art Trog zwischen zwei hohen Böschungen. Drei Menschen kamen ums Leben, 36 wurden verletzt.

Hangsicherung entlang der Strecke nötig

Ursprünglich hätten auf der Strecke bereits ab Anfang November wieder Züge rollen sollen. Es reichte jedoch nicht aus, das Gleisbett samt seiner Entwässerung zu erneuern, Steuerungskabel neu zu verlegen und mehrere hundert Meter Betonschwellen und Schienen auszutauschen. Untersuchungen und Vermessungen hatten im Herbst ergeben, dass die Böschungen östlich des Gleises gesichert werden müssen.

Letzte Arbeiten an der Bahnstrecke bei Riedlingen. Nach dem tödlichen Zugunglück vor knapp fünf Monaten können ab Sonntag hier wieder Züge fahren.
Nach dem tödlichen Zugunglück bei Riedlingen im Sommer sind die Reparaturarbeiten jetzt abgeschlossen. Seit Sonntag können auf der Strecke wieder Züge fahren. Johannes Riedel

Abschlussbericht liegt noch nicht vor

Die Hangsicherung gestaltete sich laut einer Bahnsprecherin aufwendig. Bis kurz vor der Freigabe der Strecke waren Montagetrupps im Einsatz. Sie bohrten Erdanker in den Boden und installierten Hangnetze aus Stahl - teilweise rund um die Uhr, wie ein Anwohner dem SWR sagte. Laut Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung ist mit dem Abschlussbericht zu den Umständen des Unglücks frühestens in einigen Monaten zu rechnen. Die Faktenlage sei sehr komplex.

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Erstmals publiziert am
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Autor/in
Johannes Riedel
SWR-Redakteur Johannes Riedel Autor Bild
Bernhard Hentschel
SWR-Redakteur Bernhard Hentschel Autor Bild

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