Die beiden Waldrappe Dr. Saurier und Espi waren die ersten Vögel, die in diesem Jahr den Weg aus Spanien an den Bodensee geschafft hatten. Auf den Erfolg folgte nun die Ernüchterung. Die Sender der beiden meldeten dem Waldrappteam, dass die Tiere gestorben waren. Helfer in Spanien bargen die Kadaver der Tiere für weitere Untersuchungen.
Greifvögel könnten die Waldrappe angegriffen haben
Der Tod der Vögel sei ein besonders großer Verlust, sagte Anne-Gabriela Schmalstieg vom Waldrappteam dem SWR. Die Todesursache sei noch nicht abschließend geklärt, aber es sehe danach aus, dass ein Greifvogel die Tiere getötet habe. Es habe keine Hinweise für einen Abschuss gegeben. Auch einen Stromschlag schließt das Waldrappteam als Todesursache aus.
Die Tiere sind geröntgt worden und es gab keinen Nachweis für einen Abschuss oder Stromschlag.
Hoffnung auf Rückkehr der Waldrappe aus Andalusien im Frühjahr 2026
Nun hofft das Waldrappteam darauf, dass im kommenden Jahr die Waldrappe zurückkommen, die mit einem Ultraleichtflugzeug nach Andalusien gebracht wurden. Es seien noch einige Weibchen am Leben, so Anne-Gabriela Schmalstieg. Diese kehren im Frühjahr geschlechtsreif zurück, um erstmals zu brüten. Die Hoffnung ist, dass diese Tiere dann im nächsten Herbst ihren Jungen den Weg nach Andalusien zeigen werden. Denn langfristig soll die Route Überlingen-Andalusien als zweite Zugroute ins Wintergebiet etabliert werden. Der Grund: die bisherige erste Route über die Alpen in die Toskana hatte den Tieren in den vergangenen Jahren immer wieder Probleme bereitet, weil sie es nicht geschafft hatten, die Alpen zu überqueren.
Wilderer töten bedrohte Tiere Zwei Waldrappe vom Bodensee in Norditalien abgeschossen
Es ist ein Schlag für das Waldrapp-Projekt am Bodensee. In Italien sind zwei Waldrappe auf dem Weg ins Winterquartier abgeschossen worden. Einer der Vögel war sehr wichtig.
Viele Todesfälle gefährden Stabilität der Population in Überlingen
In letzter Zeit hatte es immer wieder Nachrichten über verunglückte oder abgeschossene Waldrappe der Überlinger Kolonie gegeben. "Diese vielen Verluste sind bitter für das Waldrapp-Projekt in Überlingen", so Anne-Gabriela Schmalstieg. Es bestehe die Gefahr, dass die Population zurückgehen könne, wenn es nicht wieder mehr Nester geben wird. Dennoch sieht die Tierschützerin weiter großes Potential in dem Projekt. Zumal auch ein Brutpaar dazugerechnet werden müsse, das in diesem Jahr in der Schweiz gebrütet hatte, aber eigentlich zu den Überlingern gehört.