Zwar ist die Anzahl der Unfälle auf dem Schulweg rückläufig, trotzdem ist die Verkehrssituation vor einigen Schulen in Baden-Württemberg für Kinder und Jugendliche gefährlich. Der Landtag hat sich deshalb damit beschäftigt, wie man die Verkehrssicherheit verbessern kann. Dabei waren auch Maßnahmen gegen Elterntaxis Thema.
In Baden-Württemberg haben sich im vergangenen Jahr 378 Verkehrsunfälle auf dem Schulweg ereignet - im Jahr zuvor waren es 423. Wie oft Elterntaxis am Unfallgeschehen beteiligt waren, sei in der Statistik nicht ausgewiesen worden, teilte der Landtag am Freitag mit.
Ministerium: Elterntaxis führen oft zu gefährlichen Situationen
Nach Einschätzung des Verkehrsministeriums führe ein intensiver Hol- und Bringverkehr von Eltern häufig zu unübersichtlichen und oft gefährlichen Situationen. Das gelte insbesondere für Kinder, die zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule kommen, heißt es in der Mitteilung. Schulstraßen und Schulzonen seien geeignet, dem zu begegnen, da sie Platz zum sicheren Ankommen schaffen würden.
Die Grünen-Fraktion verwies den Angaben zufolge darauf, dass es im europäischen Ausland oft Schulstraßen und Schulzonen gebe, in denen Autos ganz oder teilweise ausgesperrt seien. Allein in Paris seien rund 200 Straßen vor und in der Nähe von Schulen für Fahrzeuge gesperrt.
Verkehrsminister räumt Handlungsbedarf ein
Die AfD-Fraktion erklärte laut Mitteilung, dass 83 Prozent der Kinder und Jugendlichen die Schule ohne Elterntaxi erreichen. Zudem habe die Fraktion die Regelungslücke angesprochen, dass es bisher kein Verkehrsschild für Schulstraßen und Schulzonen gebe.
Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) räumte Handlungsbedarf ein. Er werde sich auch auf Bundesebene für Anpassungen im Straßenverkehrsrecht einsetzen. Die Behörden seien aber heute schon befugt, Schulstraßen und Schulzonen einzurichten, um Gefahren für die Verkehrssicherheit abzuwehren, heißt es in der Mitteilung.