Die Gewinne beim Automobilzulieferer Bosch sind im vergangenen Jahr weiter eingebrochen. Bosch-Chef Stefan Hartung spricht mit Blick auf 2025 von einem schwierigen, teils schmerzhaften Geschäftsjahr.
Der Konzern habe unter fehlenden Umsätzen, aber auch ungünstigen Währungseinflüssen gelitten, hinzu kommen die Kosten für den großangelegten Stellenabbau. So hat Bosch im vergangenen Jahr nach vorläufigen Berechnungen nur noch einen operativen Gewinn von 1,7 Milliarden Euro erreicht. Im Vorjahr lag die Zahl fast doppelt so hoch.
Konkurrenz und Zölle belasten Autosparte bei Bosch
Im wichtigsten Bereich der Autosparte Mobility steht Bosch immer stärker unter Druck. Vor allem die Konkurrenz durch chinesische Anbieter habe sich erheblich verschärft, sagte Konzernchef Hartung. Hinzu kamen vergangenes Jahr US-Zölle. Zudem investiert der Konzern seit Jahren Milliarden in Bereiche wie E-Mobilität oder automatisiertes Fahren, ohne damit jedoch viel Gewinn zu machen.
Bei Haushaltsgeräten mache dem Unternehmen die mangelnde Kauflaune bei Privatkunden zu schaffen. Kühlschränke, Waschmaschinen und Gartengeräte verkauften sich zuletzt schlechter.
Technologiekonzern rechnet erst 2027 mit Verbesserung
Mit dem Gewinneinbruch entfernt sich Bosch immer weiter von seinen selbstgesteckten Renditezielen. Unklar ist, wann die Trendwende kommen wird. So erwartet Bosch erst 2027 deutliche Verbesserungen - aber nur in einzelnen Märkten. Immerhin schrieb vergangenes Jahr keiner der vier Geschäftsbereiche rote Zahlen.
Bosch will über 20.000 Stellen in Deutschland streichen
Beim Stellenabbau will sich der Konzern jetzt darauf fokussieren, die bereits angekündigte Streichung von über 20.000 Jobs in Deutschland mit den Arbeitnehmervertretern abschließend zu regeln und umzusetzen. Allein im vergangenen Jahr hat der Abbau von Stellen die Bosch-Bilanz mit 2,7 Milliarden Euro belastet.
Da es keine betriebsbedingten Kündigungen gibt, trennt sich Bosch von Mitarbeitenden über Abfindungen. Ohne diesen Posten wäre der operative Gewinn um mehr als eine Milliarde Euro gestiegen. Der Abbau soll letztendlich aber zu jährlichen Einsparungen von 2,5 Milliarden Euro beitragen.