Neuausrichtung beim Automobilzulieferer

Einigung bei Bosch: Weniger Stellenstreichungen als angekündigt

Statt 1.100 sollen am Standort Reutlingen nur 950 Stellen gestrichen werden. Gleichzeitig sollen dort 650 Millionen Euro investiert werden.

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Statt wie im vergangenen Sommer angekündigt 1.100 Stellen zu streichen, werden bei Bosch am Standort Reutlingen nur 950 Arbeitsplätze wegfallen. Das hat der Konzern am Montag mitgeteilt. Bosch hatte im Juli Pläne zur Neuausrichtung des Standorts Reutlingen angekündigt, um Strukturen anzupassen und Kosten zu senken. Nun haben der Konzern als Arbeitgeber und die Vertreter der Arbeitnehmer eine Einigung gefunden.

Wie Bosch mitteilte, sollen die "Stellen möglichst sozialverträglich über Angebote für Altersteilzeit und Vorruhestand, auf Freiwilligkeit beruhende Abfindungen, interne Vermittlungen sowie die Nichtnachbesetzung von freiwerdenden Stellen abgebaut werden".

Bosch will 650 Millionen in Reutlingen investieren

Gleichzeitig kündigte der Autozulieferer an, in den kommenden Jahren rund 650 Millionen Euro in den Standort Reutlingen zu investieren. Der Konzern wolle den Standort "künftig vor allem auf die Produktion und Entwicklung von Halbleitern ausrichten".

"Der Personalabbau von 950 Beschäftigten ist schmerzhaft", sagt Thorsten Dietter, Betriebsratsvorsitzender bei Bosch in Reutlingen, auf SWR-Anfrage. Das Ergebnis sei durch die vereinbarten Investitionen und dem Erhalt der Leistungselektronik zukunftsorientiert, so Dietter.

Bosch lässt Steuergeräteherstellung auslaufen

In Kusterdingen (Kreis Tübingen) wird die Steuergeräteherstellung laut Bosch in den kommenden Jahren schrittweise auslaufen, um sich auf die Produktion von Leistungsmodulen der neuesten Generation zu konzentrieren. Die Entwicklung von Steuergeräten und Leistungselektronik werde in Reutlingen in reduziertem Umfang fortgeführt.

"Der Stellenabbau bleibt ein schwerer Schlag für viele Menschen und für die gesamte Region", sagt Claudia Hülsken, Geschäftsführerin der IG Metall Reutlingen-Tübingen. Einschnitte bei den Tarifverträgen habe man jedoch vollständig verhindern können.

Reutlinger Oberbürgermeister sieht Licht und Schatten in dem Ergebnis

Ein Stellenabbau ist immer schmerzhaft, hat der Oberbürgermeister von Reutlingen Thomas Keck dem SWR gesagt. Er lobt, dass der Abbau sozial verträglich abgewickelt werden soll. Bosch sei eben immer noch ein besonderer Arbeitgeber. Positiv wertet Keck, dass am Standort Reutlingen in den kommenden drei Jahren Investitionen von rund 650 Millionen Euro geplant seien. Die Ausrichtung auf die Halbleitertechnologien bieten dem Standort auch neue Chancen in einem strategisch wichtigen Zukunftsfeld, so Keck.


13.000 Stellen: Einsparungen bei Bosch

Der kriselnde Automobilzulieferer will in den kommenden Jahren 13.000 Stellen abbauen. Beispielsweise streicht Bosch in Stuttgart-Feuerbach 3.500 Stellen in den Bereichen Entwicklung, Vertrieb, Verwaltung und Produktion von Antriebskomponenten. 

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SWR

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