"Nie wieder 2016" steht auf einem Banner am Maibaum in Braunsbach (Kreis Schwäbisch Hall). Zehn Jahre nach der Sturzflut, die die Gemeinde zu großen Teilen zerstört hat, arbeitet man weiter an Präventivmaßnahmen. Aktuell wird einer der größten Geröllfänge in ganz Deutschland fertiggestellt.
Braunsbachs Bürgermeister: "Den absoluten Schutz gibt es nicht"
2016 polterten Geröll, Schlamm und Wasser vom Berg herunter auf Braunsbach. Das alles soll nun das riesige Netz auffangen: 18 Meter breit, 18 Meter tief im Boden verankert und sechs Meter hoch - damit ist das Netz vergleichbar mit Geröllfängen in den Alpen. Ein weiteres Präventionsprojekt, das noch ansteht, ist eine große Hangsicherung.
Zusätzlich gibt es inzwischen verschiedene Warn-Apps, wie NINA oder Fliwas, das Flut-Informations- und Warnsystem, das die Einsatzkräfte rechtzeitig informiert. "Den absoluten Schutz" gebe es zwar nicht, sagt Bürgermeister David Beck (parteilos), doch er ist überzeugt, dass hier der bestmögliche Schutz entstehe. Denn das alles gab es vor zehn Jahren noch nicht.
Fast 50 Millionen Euro investiert: Von der Sturzflut keine Spur mehr
Insgesamt 40 Schutz- und Aufbauprojekte hat die Gemeinde gestemmt. Laut Regierungspräsidium Stuttgart hat das Land dabei 47 Millionen Euro zugeschossen. Dazu kamen noch zahlreiche private Investitionen: Häuser wieder aufbauen, Inneneinrichtungen neu anschaffen, Grundstücke anlegen.
In der Gemeinde selbst sieht man heute nichts mehr von der Katastrophe. Aber es wurde nicht nur wiederaufgebaut, es wurde gleich modernisiert: Der Orlacher Bach wurde aus einem Kanal freigelegt, Straßen saniert, Glasfaser verlegt. "Wir haben heute ein schönes Betriebsgelände. […] Passt alles wieder", sagt zum Beispiel Malermeister Ulrich Stein.
Auch Künzelsau und Niedernhall haben nach der Flut vorgesorgt
Niedernhall und Künzelsau (beide Hohenlohekreis) hatte das Hochwasser 2016 ebenfalls schwer getroffen. Auch dort wurde wiederaufgebaut und vorgesorgt. In Künzelsau ist beispielsweise ein Hochwasserschutz in der Würzburger Straße entstanden, der sich nach Angaben der Stadt schon 2024 bewährt hat.
Und auch das Hochwasserrückhaltebecken am Forellenbach in Niedernhall, das die Altstadt vor Überflutung schützt, hat 2024 schon Schlimmeres verhindert. Auch dort sind jeweils mehrere Millionen Euro geflossen - teils gefördert vom Land.