Auch Künzelsau und Niedernhall investieren in Prävention

Zehn Jahre nach der Flut: Braunsbach baut riesigen Geröllfang

2016 zerstörte eine Sturzflut große Teile Braunsbachs. Zehn Jahre später wird weiter an der Prävention gearbeitet - beispielsweise mit einem der größten Geröllfänge in Deutschland.

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Von Autor/in Jan Arnecke

"Nie wieder 2016" steht auf einem Banner am Maibaum in Braunsbach (Kreis Schwäbisch Hall). Zehn Jahre nach der Sturzflut, die die Gemeinde zu großen Teilen zerstört hat, arbeitet man weiter an Präventivmaßnahmen. Aktuell wird einer der größten Geröllfänge in ganz Deutschland fertiggestellt.

Braunsbachs Bürgermeister: "Den absoluten Schutz gibt es nicht"

2016 polterten Geröll, Schlamm und Wasser vom Berg herunter auf Braunsbach. Das alles soll nun das riesige Netz auffangen: 18 Meter breit, 18 Meter tief im Boden verankert und sechs Meter hoch - damit ist das Netz vergleichbar mit Geröllfängen in den Alpen. Ein weiteres Präventionsprojekt, das noch ansteht, ist eine große Hangsicherung.

Zusätzlich gibt es inzwischen verschiedene Warn-Apps, wie NINA oder Fliwas, das Flut-Informations- und Warnsystem, das die Einsatzkräfte rechtzeitig informiert. "Den absoluten Schutz" gebe es zwar nicht, sagt Bürgermeister David Beck (parteilos), doch er ist überzeugt, dass hier der bestmögliche Schutz entstehe. Denn das alles gab es vor zehn Jahren noch nicht.

Zehn Jahre nach der Flutkatastrophe: In Braunsbach wurde nicht nur wiederaufgebaut, sondern auch modernisiert.
Zehn Jahre nach der Flutkatastrophe: In Braunsbach wurde nicht nur wiederaufgebaut, sondern auch modernisiert. Bild in Detailansicht öffnen
Schlamm, Wasser und Geröll wurden 2016 nach Braunsbach (Kreis Schwäbisch Hall) ins Tal gespült. Ein Geröllschutz soll das künftig verhindern. (Archiv)
Schlamm, Wasser und Geröll wurden 2016 nach Braunsbach (Kreis Schwäbisch Hall) ins Tal gespült. Ein Geröllschutz soll das künftig verhindern. (Archiv) Bild in Detailansicht öffnen
Es soll einer der größten Geröllfänge in Deutschland werden. Als eine Präventivmaßnahme entsteht in Braunsbach (Kreis Schwäbisch Hall) aktuell ein riesiges Netz, das verhindern soll, dass wieder Geröll und Schlamm in die Gemeinde gespült werden.
Es soll einer der größten Geröllfänge in Deutschland werden. Als eine Präventivmaßnahme entsteht in Braunsbach (Kreis Schwäbisch Hall) aktuell ein riesiges Netz, das verhindern soll, dass wieder Geröll und Schlamm in die Gemeinde gespült werden. Bild in Detailansicht öffnen
Ganze Straßenzüge waren 2016 von der Sturzflut in Braunsbach (Kreis Schwäbisch Hall) verschüttet. (Archiv)
Ganze Straßenzüge waren 2016 von der Sturzflut in Braunsbach (Kreis Schwäbisch Hall) verschüttet. (Archiv) Bild in Detailansicht öffnen
Der Orlacher Bach wurde nach der Sturzflut 2016 in Braunsbach (Kreis Schwäbisch Hall) aus einem Kanal freigelegt. Der fließt direkt an Ulrich Steins Malerbetrieb vorbei.
Der Orlacher Bach wurde nach der Sturzflut 2016 in Braunsbach (Kreis Schwäbisch Hall) aus einem Kanal freigelegt. Der fließt direkt an Ulrich Steins Malerbetrieb vorbei. Bild in Detailansicht öffnen
Vor zehn Jahren mussten die Angestellten von Malermeister Ulrich Stein mit der Baggerschaufel zum Betrieb kommen. (Archiv)
Vor zehn Jahren mussten die Angestellten von Malermeister Ulrich Stein mit der Baggerschaufel zum Betrieb kommen. (Archiv) Bild in Detailansicht öffnen
Heute schwärmt Malermeister Ulrich Stein von seinem Betriebsgelände. 2016 wurde auch hier fast alles zerstört. (Archiv)
Heute schwärmt Malermeister Ulrich Stein von seinem Betriebsgelände. 2016 wurde auch hier fast alles zerstört. (Archiv) Bild in Detailansicht öffnen
"Nie wieder 2016" steht in diesem Jahr auf einem Banner am Maibaum in Braunsbach (Kreis Schwäbisch Hall).
"Nie wieder 2016" steht in diesem Jahr auf einem Banner am Maibaum in Braunsbach (Kreis Schwäbisch Hall). Bild in Detailansicht öffnen
Zehn Jahre nach der Flutkatastrophe: Am Braunsbacher Marktplatz (Kreis Schwäbisch Hall) und auch im übrigen Gemeindegebiet ist von der Sturzflut nichts mehr zu sehen.
Zehn Jahre nach der Flutkatastrophe: Am Braunsbacher Marktplatz (Kreis Schwäbisch Hall) und auch im übrigen Gemeindegebiet ist von der Sturzflut nichts mehr zu sehen. Bild in Detailansicht öffnen

Fast 50 Millionen Euro investiert: Von der Sturzflut keine Spur mehr

Insgesamt 40 Schutz- und Aufbauprojekte hat die Gemeinde gestemmt. Laut Regierungspräsidium Stuttgart hat das Land dabei 47 Millionen Euro zugeschossen. Dazu kamen noch zahlreiche private Investitionen: Häuser wieder aufbauen, Inneneinrichtungen neu anschaffen, Grundstücke anlegen.

In der Gemeinde selbst sieht man heute nichts mehr von der Katastrophe. Aber es wurde nicht nur wiederaufgebaut, es wurde gleich modernisiert: Der Orlacher Bach wurde aus einem Kanal freigelegt, Straßen saniert, Glasfaser verlegt. "Wir haben heute ein schönes Betriebsgelände. […] Passt alles wieder", sagt zum Beispiel Malermeister Ulrich Stein.

Auch Künzelsau und Niedernhall haben nach der Flut vorgesorgt

Niedernhall und Künzelsau (beide Hohenlohekreis) hatte das Hochwasser 2016 ebenfalls schwer getroffen. Auch dort wurde wiederaufgebaut und vorgesorgt. In Künzelsau ist beispielsweise ein Hochwasserschutz in der Würzburger Straße entstanden, der sich nach Angaben der Stadt schon 2024 bewährt hat.

Und auch das Hochwasserrückhaltebecken am Forellenbach in Niedernhall, das die Altstadt vor Überflutung schützt, hat 2024 schon Schlimmeres verhindert. Auch dort sind jeweils mehrere Millionen Euro geflossen - teils gefördert vom Land.

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Jan Arnecke
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Ein Film von
Jens Nising

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