Audi sortiert am Standort Neckarsulm (Kreis Heilbronn) aus und um: Nach Jahren mit starkem Produktionshochlauf und entsprechend hohem Personalbedarf beendet der Autobauer nun den Einsatz von Zeitarbeitern vollständig. Das bestätigt Audi auf SWR-Anfrage. Betroffen sind laut einem Bericht der Heilbronner Stimme rund 150 Beschäftigte. Das Unternehmen spricht von einer Zahl im niedrigen dreistelligen Bereich. Audi soll in den vergangenen Jahren allerdings zahlreiche Kräfte in feste Arbeitsverhältnisse übernommen haben, heißt es.
Neckarsulm: Kehrtwende in Sachen Produktionshochlauf
Die Modellwechsel der Baureihen A5 und A6 seien weitgehend abgeschlossen, so ein Audi-Sprecher. Damit geht der Personalbedarf am Standort spürbar zurück. Audi verzichtet deshalb auf den Einsatz von Zeitarbeitern.
Für [...] Bedarfsspitzen nutzt Audi das Instrument der Zeitarbeit. [...] Sobald der Bedarf nicht mehr gegeben ist, wird die Zahl der Zeitarbeitnehmenden verringert.
In der Spitze hatte Audi den zusätzlichen Bedarf massiv über Zeitarbeit gedeckt: Zeitweise waren bis zu 1.600 Zeitarbeiter in Neckarsulm und den Böllinger Höfen in Heilbronn im Einsatz. Bereits seit dem vergangenen Sommer wurde die Zahl der Zeitarbeitskräfte schrittweise reduziert. Jetzt folgt der letzte Schritt: die vollständige Abmeldung der verbliebenen Leiharbeiter zum 30. Juni.
Gleichzeitig hunderte Übernahmen in Festanstellung
Audi soll laut Bericht offenbar viele Zeitarbeiter dauerhaft übernommen haben. Nach Unternehmensangaben liegt die Zahl im unteren dreistelligen Bereich - der Bericht nennt konkret etwa 200 bis 300 Beschäftigte, die inzwischen unbefristete Verträge erhalten haben sollen.
Für die Stammbelegschaft bleibt die Situation wohl stabil: Eine Beschäftigungssicherung bis 2033 schließt betriebsbedingte Kündigungen aus.
Audi unter "erheblichem Handlungsdruck"
Zuletzt machte Audi mit dem Gerücht Schlagzeilen, dass das Werk in Neckarsulm auf der Kippe stünde: Auslöser war ein Bericht des "Handelsblatts" über interne Diskussionen im Volkswagen-Konzern über eine weitere Reduzierung von Kapazitäten in Deutschland - bis hin zu möglichen Werksschließungen. In einer Stellungnahme dazu an den SWR heißt es: Es gebe "noch keine Entscheidung zu weiteren Kapazitätsanpassungen an deutschen Audi‑Standorten."
Der Konzern spricht inzwischen offen von "erheblichem Handlungsdruck". Finanzchef Jürgen Rittersberger kündigte zwar an, Kosten- und Effizienzprogramme konsequent voranzutreiben, gleichzeitig betonte er die Bedeutung des Werks in Neckarsulm, das als modern und gut ausgelastet beschrieben wird.
Gerüchte über Werksschließung Audi unter Druck: Steht das Werk Neckarsulm im Fokus neuer Sparpläne?
Gerüchte um mögliche Kapazitätskürzungen sorgen für Unruhe bei Audi. Besonders das Werk Neckarsulm rückt in den Fokus. Noch gibt es aber keine offiziellen Entscheidungen.