Leere Biergärten und Veranstaltungen, die sprichwörtlich ins Wasser fielen: Der verregnete Juli hat bei den Brauereien und Mineralwasserherstellern in Heilbronn-Franken für schlechte Absätze gesorgt. "Bierabsätze in Biergärten, Freibädern, auf Straßenfesten und auf Open-Air-Konzerten waren teilweise deutlich geringer als üblich", sagt Klaus Wunderlich, Geschäftsführer bei der Herbsthäuser Brauerei in Bad Mergentheim-Herbsthausen (Main-Tauber-Kreis). "Die wirtschaftliche Unsicherheit dämpft ebenfalls die Konsumlaune nach Getränken."
Absatz von Bier sinkt auf historisches Tief
Auch die Brauerei Distelhäuser aus Tauberbischofsheim-Distelhausen (Main-Tauber-Kreis) hat in den vergangenen Wochen einen Umsatzrückgang registriert. Wie stark der Wettereffekt in Zahlen ist, lässt sich laut Geschäftsführer Christoph Ebers schwierig abschätzen. Allerdings ist der gesamte Bierabsatz in Deutschland im ersten Halbjahr 2025 um über sechs Prozent gesunken.
Damit setzten die deutschen Brauereien laut dem Statistischen Bundesamt so wenig alkoholhaltiges Bier im In- und Ausland ab wie noch nie seit Einführung der Statistik im Jahr 1993.
Schlechtes Wetter dämpft nicht nur den Durst
Maximilian Pfeil, Betriebsleiter bei Palmbräu in Eppingen (Kreis Heilbronn), weist außerdem darauf hin, dass die ungünstige Witterung sich doppelt auswirkt, da sie auch die Verfügbarkeit und Qualität der Rohstoffe beeinflusst. Bei Palmbräu hofft man in den kommenden Tagen und Wochen auf gut besuchte Veranstaltungen und Biergärten, um die Verluste zu minimieren.
Wer ein Fest verpasst, trinkt beim nächsten Mal nicht doppelt.
Drei-Schicht-Betrieb für heiße Tage
Das schlechte Wetter hat sich auch beim Absatz von Mineralwasser bemerkbar gemacht, bestätigt Marketingleiterin Ilona Jordan von aquaRömer in Mainhardt (Kreis Schwäbisch Hall) dem SWR. Die aktuell heißen Tage würden nun aber eine hohe Flexibilität für die Planung und Produktion bedeuten. Um den Bedarf zu decken, muss auch am Wochenende die Produktion laufen. Deshalb wird unter der Woche in drei Schichten pro Tag gearbeitet.
Grundsätzlich sind die Verantwortlichen bei aquaRömer zufrieden mit dem ersten Halbjahr, auch weil die Nachfrage nach Mineralwasser generell gestiegen ist. Das bestätigt auch der Verband Deutscher Mineralbrunnen dem SWR. So gab es im ersten Halbjahr ein Absatzplus von 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Auch wenn dem Verband aktuell keine Meldungen über Leergutknappheit vorliegen, empfiehlt er, leere Mehrwegflaschen regelmäßig zurückbringen.
Keine Leergutknappheit bei Bier- und Wasserflaschen
Damit das Leergut erst gar nicht knapp wird, kooperiert aquaRömer nach eigenen Angaben mit Wettbewerbern. Nur in Ausnahmefällen könne die Produktion die Aufträge nicht erfüllen, weil Leergut fehlt. Größtes Problem sind nach Angaben der Brauereien nach wie vor die unterschiedlichen Flaschenformen. Bedeutet, die Brauereien bekommen Flaschen zurück, die sie durch ihre Form nicht abfüllen können und müssen sie meist von Hand aussortieren.