Vogelerkennungssystem aus Hohenlohe bundesweiter Vorreiter

Wie BirdVision mit KI Vogelschutz und Windkraft vereint

Ein Unternehmen aus Hohenlohe hat das System BirdVision entwickelt. Per KI erkennt es Vögel und stoppt Windräder bei Gefahr automatisch. Die Lösung ist jetzt bundesweit gefragt.

Teilen

Stand

Von Autor/in Iris Völlnagel

Ein KI-System soll den Konflikt zwischen Windkraft und Vogelschutz entschärfen: BirdVision erkennt Vögel im Anflug und stoppt Windräder nur bei Bedarf und Gefahr für die Tiere. Entwickelt wurde die Technologie von der Unternehmensgruppe Bürgerwindpark Hohenlohe aus Niedernhall (Hohenlohekreis). Nach der Testphase und Markteinführung gilt BirdVision laut Unternehmen inzwischen als führendes Vogelschutzsystem für Windparks in Deutschland.

KI erkennt Vögel und stoppt Windräder automatisch

Sechs Kameras pro Windrad beobachten den Luftraum und decken 360 Grad ab. Pro Sekunde machen die Kameras 17 Bilder. Eine KI erkennt Vögel in Echtzeit und schaltet die Anlagen bei Bedarf binnen 30 Sekunden ab. "Wir detektieren alles, was fliegt - egal ob Insekten, Vögel oder Flugzeuge", erklärt Projektleiter Benjamin Braun. Kommt ein Vogel zu nah, stoppt das Windrad automatisch für wenige Minuten.

Mehr Strom, weniger Stillstand durch BirdVision

Effizienter und umweltverträglicher sei es geworden: Früher mussten Anlagen stunden- oder gar wochenlang stillstehen, um gefährdete Arten wie den Rotmilan zu schützen. Jetzt greifen die Abschaltungen nur gezielt - das spart Zeit und Geld. "Wir generieren keinen Verlust, sondern einen Mehrertrag", sagt Braun.

Laut Geschäftsführer Benjamin Braun liegt die Schutzrate bei über 90 Prozent. Seit der Entwicklung des Prototyps im Jahr 2017 wurde das System ständig weiterentwickelt: Musste es anfangs noch manuell bedient werden, funktioniert BirdVision inzwischen KI-basiert und vollautomatisch.

Wenn wir es abschalten, schalten wir es für drei Minuten ab. Das kann gegebenenfalls auf sechs oder neun Minuten verlängert werden.

BirdVision Projektleiter Benjamin Braun überwacht am Monitor in der Firmenzentrale in Niedernhall (Hohenlohekreis) die Windräder. Die KI soll Vogelschutz und Windkraft vereinen.
BirdVision Projektleiter Benjamin Braun überwacht am Monitor in der Firmenzentrale in Niedernhall (Hohenlohekreis) die Windräder. Die KI soll Vogelschutz und Windkraft vereinen.

Bundesweit gefragt - von Hohenlohe bis nach Niedersachsen

Seit zehn Jahren gibt es bereits das System. Es wird an mehreren Standorten in Baden-Württemberg und Niedersachsen eingesetzt. Nun liegen auch aus anderen Bundesländern Anfragen vor, heißt es. Möglicherweise könnte BirdVision demnach in den kommenden zwei Jahren auch in Rheinland-Pfalz, Brandenburg und Schleswig-Holstein zum Einsatz kommen.

Schwäbisch Hall

Unternehmen plant mehr Unabhängigkeit vom Strommarkt Millionen-Investition: Würth will im Kreis Schwäbisch Hall eigene Windräder bauen

Die Würth-Gruppe mit Sitz in Künzelsau will ihre Energieversorgung künftig unabhängiger und nachhaltiger gestalten. Das Unternehmen plant deshalb den Bau zweier eigener Windräder.

SWR4 BW am Morgen SWR4 Baden-Württemberg

Gundelsheim

"Meilenstein für den Ausbau der erneuerbaren Energien" Grüner Strom für 30.000 Haushalte: Bundesweit einzigartiger Energiepark in Gundelsheim

In Gundelsheim wurde am Montag ein einzigartiges Projekt eingeweiht: Ein Energiepark soll Strom für rund 30.000 Haushalte aus Sonne, Wind und einem Batteriespeicher kombinieren.

SWR4 am Nachmittag SWR4

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Iris Völlnagel

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!