Der Schaden würde in die Millionen gehen. Nämlich dann, wenn die marode Böllinger Talbrücke bei Heilbronn-Biberach auf der A6 spontan gesperrt werden müsste. Das ergaben Berechnungen im Auftrag des Verkehrsclubs ADAC. Demnach entstünde ein volkswirtschaftlicher Schaden von rund 172 Millionen Euro pro Jahr. Die 175 Meter lange Brücke über den Böllinger Bach landet damit bundesweit auf dem zweitteuersten Platz. Sie befindet sich direkt in der Nähe sanierten Neckartalbrücke.
Sperrung der A6-Brücke bei Heilbronn: Millionenverluste drohen
Die Brücke aus dem Jahr 1967 ist Teil der stark befahrenen A6, einer der wichtigsten Ost-West-Verbindungen im Süden Deutschlands. Täglich nutzen die Talbrücke rund 75.000 Fahrzeuge, zehn Prozent davon sind Lkw. Eine spontane Sperrung würde nicht nur das lokale Verkehrsnetz rund um Heilbronn stark belasten. Auch weiträumige Störungen auf den Autobahnen könnten folgen.
Konkret zeigt die Modellstudie des ADAC: Für den Verkehr rund um Heilbronn sind das rund 140 Millionen zusätzlich gefahrene Kilometer. Obendrauf kommt ein Zeitverlust von fünf Millionen Stunden jährlich - allein für Pkw-Fahrer. Doch Lieferverzögerungen, Umwege und Staus würden auch den Schwerlastverkehr und damit die Wirtschaft massiv belasten.
Fünf Brücken im Test: Heilbronn auf Platz zwei der teuersten Szenarien
Den größten potenziellen Schaden errechnete die Studie für die Norderelbbrücke an der A1 in Hamburg: Dort könnte eine Sperrung volkswirtschaftliche Verluste von bis zu 334 Millionen Euro jährlich verursachen.
Insgesamt gelten laut Studie bundesweit rund 8.000 Autobahnbrücken als sanierungsbedürftig. Viele stammen aus den 1960er- und 1970er-Jahren und sind für heutige Verkehrsbelastungen nicht mehr ausgelegt. ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand fordert daher, die bereitstehenden finanziellen Mittel aus dem staatlichen Sondervermögen zu nutzen.
In Baden-Württemberg sind mehr als 40 Autobahnbrücken mit mindestens 100 Meter Länge sanierungsbedürftig.