Der Discounter Lidl mit Deutschland-Sitz in Bad Wimpfen (Kreis Heilbronn) hat Anfang Februar seine Preisschilder neu gestaltet. Auch reguläre Preise erscheinen mittlerweile in roter Farbe. Angebote sind weiß auf rotem Hintergrund. Carsten Kortum geht davon aus, dass das Farbspiel strategische Gründe hat. Er leitet den Studiengang BWL-Handel an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Heilbronn.
Grenzen sollen verschwimmen
Studien zeigten, dass Konsumentinnen und Konsumenten rote Preissignale schneller verarbeiteten und häufiger als günstig interpretierten, selbst wenn gar kein Rabatt vorliege, so der Professor. Ist plötzlich "alles rot", kann die Unterscheidung von Sonderangebot und regulärem Preis schwieriger fallen.
Dass diese Grenzen etwas verschwimmen, könnte gewollt sein. Denn Discounter wie Lidl verfolgten seit Jahren eine Strategie: weg vom punktuellen Angebot hin zur Wahrnehmung "hier ist grundsätzlich alles günstig", so Kortum. Es geht also ums Image als Preisführer.
Was sagt Lidl - warum rote Preisschilder?
Lidl teilt auf SWR-Anfrage mit, dass das Design der elektronischen Preisschilder (ESL) seit Februar in sämtlichen Ländern vereinheitlicht werde, um eine einfachere Orientierung zu bieten. Dabei stehe eine verbesserte Lesbarkeit durch eine größere Schriftart, eine kontrastreiche Farbgebung und eine höhere Preistransparenz im Fokus. Die prägnante Preisauszeichnung in roter Schrift solle "das hervorragende Preis-Leistungs-Verhältnis" noch sichtbarer machen, so ein Sprecher.