Sie sind zwar nur zwischen drei und sieben Zentimeter lang, bereiten den Verantwortlichen des FSV Bad Friedrichshall (Kreis Heilbronn) aber seit dem vergangen Jahr Sorgen. Durch die Engerlinge musste die Herrenmannschaft des Fußballvereins in der abgelaufenen Saison auf den Kunstrasenplatz ausweichen, weil vor allem die Strafräume auf dem Rasenplatz stark befallen sind. Die Käferlarven ernähren sich hauptsächlich von Graswurzeln und zerstören so den Fußballplatz. Nun will der Verein die Larven bekämpfen - allerdings ohne Chemikalien.
Nematoden sollen gegen den Engerling vorgehen
Der Verein, dem das komplette Gelände gehört, hat sich laut Vorstand Thomas Bartelmann bewusst gegen Gift und Chemie entscheiden, damit die Kinder zumindest weiter auf dem Platz zwischen den beiden Strafräumen trainieren können. Denn wenn der Platz bespielt wird, fühlen sich die kleinen Tiere nicht wohl.
Aktiv werden nun sogenannte Nematoden genutzt, um die Engerlinge zu töten. Die Fadenwürmer sollen jetzt im Juni in die Engerlinge eindringen und sie auflösen. Hochrechnungen und Schätzungen hätten laut dem Verein ergeben, dass rund eine Million Engerlinge im Rasen sind. Deshalb sind rund 500 Millionen Nematoden notwendig.
Zum anderen setzt der Verein auf Pheromonfallen. Diese sind mit männlichen Sexualstoffen ausgestattet und sollen die Weibchen anlocken, bevor sie neue Eier legen können. Sechs Fallen sind rund um das Spielfeld verteilt. Anhand der Fallen können die Experten dann auch hochrechnen, wie viele Engerlinge noch da sind.
Hohe Kosten für den Verein durch den Engerling
Der Verein rechnet damit, dass Bekämpfung rund drei Jahre dauert. Die Kosten pro Jahr belaufen sich auf rund 10.000 Euro. Den Platz komplett neu zu machen, wäre aber noch deutlich teurer geworden. Zwar können die Fußballer auf den Kunstrasenplatz ausweichen, allerdings ist der aufgrund seines Alters in einem schlechten Zustand und muss in den nächsten ein bis zwei Jahren ersetzt werden. Das bedeutet weitere Kosten im sechsstelligen Bereich.
Das ist dann natürlich auch eine horrende Summe für so einen Verein wie uns, was wir da selbst tragen müssen. Ich spreche jetzt von einer Behandlung im Jahr von 10.000 Euro. Dann müssen wir das tatsächlich drei Jahre durchziehen.
Unklare Zukunft für die Heimspiele des FSV Bad Friedrichshall
Wann die Herrenmannschaft wieder Heimspiele auf dem Rasenplatz austragen kann, ist noch unklar. Immerhin ist der Platz in den vergangenen Wochen richtig auf Vordermann gebracht worden. Nachdem zeitweise auch Flächen absackten, ist der Platz inzwischen gewalzt, aufgelockert und neu eingesät worden. Klar ist, der Verein mit seinen vielen Jugendmannschaften braucht schnell wieder zwei funktionierende Sportplätze.