Betrunkene Autofahrerin verurteilt

750 Meter über Heilbronner Bahngleise: Gericht verhängt Urteil für Chaos-Fahrt

Eine Irrfahrt über Bahngleise in Heilbronn hatte im Januar für ein spektakuläres Chaos nahe des Heilbronner Hauptbahnhofs gesorgt. Nun hat das Amtsgericht ein Urteil gefällt.

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Von Autor/in Ulrike Schirmer

Über 750 Meter ist im Januar eine Frau mit ihrem Auto in Heilbronn über die Bahngleise gefahren. Jetzt ist sie rechtskräftig verurteilt worden. Wie die Staatsanwaltschaft auf SWR-Anfrage mitteilt, muss die Frau eine Geldstrafe von insgesamt 13.500 Euro zahlen. Ihren Führerschein ist sie ebenfalls vorerst los.

Urteil für Chaos-Fahrt: Autofahrerin wegen mehrerer Straftaten angezeigt

Im Januar war die damals 41-Jährige beim Heilbronner Bahnhof mit ihrem Wagen auf das Gleisbett abgebogen. Anstatt anzuhalten und Hilfe zu holen, setzte sie ihre Irrfahrt fort. Insgesamt legte sie rund 750 Meter auf den Schienen zurück. Die Polizei stellte später fest, dass die Frau betrunken war und sich offenbar verirrt hatte.

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Die Folgen ihres Fehlverhaltens: Das Auto erlitt einen Totalschaden, an den Gleisen entstand ein Sachschaden im fünfstelligen Bereich. Zwar kam glücklicherweise niemand zu Schaden, doch die Polizei sprach damals von einer "lebensgefährlichen Fahrt". Der Vorfall hatte stundenlange Zugausfälle und Verspätungen nach sich gezogen.

Die Fahrerin wurde wegen mehrerer Straftaten angezeigt - unter anderem wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr, Gefährdung des Straßenverkehrs sowie Störung öffentlicher Betriebe.

Eingriffe in den Bahnverkehr gibt es täglich

Eingriffe in den Bahnverkehr sind gefährlich und kommen häufiger vor, als man denkt. Auch wenn Autos auf Gleisen in Baden-Württemberg vergleichsweise selten sind, zeigen Statistiken: Menschen gefährden täglich den Bahnverkehr. Die Folgen können lebensgefährlich sein und strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Im vergangenen Jahr ist beispielsweise eine junge Mutter mit ihrem vierjährigen Sohn bei Obersulm (Kreis Heilbronn) über die Gleise gelaufen und wurde dabei vom Zug erfasst und schwer verletzt. Ein Zug musste eine Notbremsung durchführen. Das Amtsgericht Heilbronn hat die inzwischen 25-Jährige zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt.

Autos auf Gleisen eher selten

Wie oft Autos in Baden-Württemberg auf Gleise fahren, lässt sich von der Bundespolizei nicht gesondert erfassen, da es keinen eigenen Straftatbestand dafür gibt. In Heilbronn wurden 2024 nur wenige Fälle gemeldet.

Deutlich häufiger kommt es zu anderen Eingriffen in den Bahnverkehr: Bundesweit wurden 2023 fast 1.800 Fälle registriert, über die Hälfte davon in Städten und Gemeinden mit unter 100.000 Einwohnern. Details zum genauen Ablauf der Vorfälle werden in der Statistik jedoch nicht erfasst.

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Ulrike Schirmer
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