Die Landwirte im Raum Heilbronn und Hohenlohe haben eine durchwachsene Getreideernte eingefahren. Das wechselhafte Wetter habe für Qualitätseinbußen in Teilen von Heilbronn-Franken gesorgt, sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Joachim Rukwied, dem SWR. Wegen der lang anhaltenden Niederschläge hätten viele Mähdrescher zur Erntezeit in den Scheunen bleiben müssen, so der Bauernpräsident aus Eberstadt (Kreis Heilbronn). Vor allem der Klimawandel mache sich immer stärker bemerkbar.
Wir stellen leider fest, dass wir in den letzten Jahren häufige Trockenperioden haben, die sich dann mit nassen Perioden abwechseln.
"Desaströse" Preise für Getreide
Sorgen bereiten Rukwied, der auch selbst einen Hof in Eberstadt betreibt, aber vor allem die "desaströsen Preise" auf dem Getreidemarkt. Derzeit bekämen die Landwirte etwas über 200 Euro für die Tonne Weizen. Das sei weniger als in den 80er-Jahren. Zu diesen Preisen könnten die Landwirte - zumindest beim Getreide - nicht kostendeckend arbeiten, so Rukwied. Derzeit liefere der Ackerbau nur "rote Zahlen".
Die Preise für Weizen, Roggen und andere Getreidesorten werden vom internationalen Wettbewerb bestimmt. In anderen Bereichen wie der Milch- oder Fleischproduktion läuft es dem Präsidenten des Deutschen Bauernverbands zufolge derzeit besser.
Kostenanteil der Landwirtschaft an Lebensmitteln sinkt
Größere Auswirkungen auf die Verbraucherpreise von Brot und Backwaren sieht Rukwied derzeit nicht. Kostentreiber seien eher Energie-, Lohn- und Arbeitskosten. Die Landwirte sieht er vor großen Herausforderungen. Der Präsident des Deutschen Bauernverbands fordert von der Politik daher eine tragfähige Zukunftsperspektive.