Verteidigungsministerium hält sich zurück

Panzer für Külsheim? Stadt wünscht sich Comeback als Bundeswehrstandort

Külsheim hat sich um die Rückkehr der Bundeswehr auf den ehemaligen Standort beworben. Doch das Verteidigungsministerium muss zunächst Entscheidungen zur Wehrpflicht abwarten.

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Bürgermeister Thomas Schreglmann (CDU) bestätigt, dass sich die Stadt offiziell beim Bundesverteidigungsministerium beworben hat: Külsheim (Main-Tauber-Kreis) will wieder Bundeswehrstandort werden.

Deutschland muss in den nächsten Jahren und Jahrzehnten mehr für die Landesverteidigung tun.

Vor knapp zwanzig Jahren war Külsheim gemeinsam mit dem benachbarten Hardheim (Neckar-Odenwald-Kreis) Teil eines Doppelstandorts der Bundeswehr. Zwischen beiden Orten erstreckte sich ein rund 650 Hektar großer Standortübungsplatz, auf dem Panzer rollten und Gefechtsübungen stattfanden. Mittlerweile wird der Übungsplatz nur noch von den Heeresfliegern Niederstetten (Main-Tauber-Kreis) oder den Soldaten aus Hardheim genutzt.

Verteidigungsministerium wartet auf politische Weichenstellung

Konkrete Angaben zu einzelnen Standorten - etwa zur möglichen Reaktivierung ehemaliger Kasernen - macht das Verteidigungsministerium derzeit nicht. Solche Aussagen seien vor einer politischen Entscheidung und der anschließenden Planung nicht möglich.

Unter anderem geht es um die Wiedereinführung der Wehrpflicht. Sollte diese zurückkommen, so eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums im SWR, würde auch der Bedarf an Infrastrukturen wieder wachsen. Wie groß dieser Bedarf allerdings ausfällt, hängt davon ab, in welchem Umfang die Bundeswehr künftig wachsen soll, wie schnell das geschehen wird und wie sich das Personal über das Land verteilt.

Fest steht: Die Bundeswehr gibt aktuell keine größeren Liegenschaften mehr auf. Stattdessen werden die "Voraussetzungen für einen Aufwuchs geschaffen", so die Sprecherin weiter. Heißt, jetzt muss erst einmal daran gearbeitet werden, dass die Bundeswehr überhaupt wieder wachsen kann.

Der Bürgermeister sieht große Chancen für die Region und die Wirtschaft

Für Bürgermeister Schreglmann birgt das Gelände ein erhebliches ungenutztes Potenzial. "Külsheim war flächenmäßig die größte Kaserne im Main-Tauber-Kreis - mit 53 Hektar und bis zu 1.500 Soldaten", so der Bürgermeister. Auch der wirtschaftliche Faktor sei nicht zu unterschätzen, denn die Bundeswehr generiere Umsatz für die Region: "Sie war jahrzehntelang unser größter Arbeitgeber und auch größter Abnehmer beim Wasser- und Gasverkauf."

Auch Unternehmen unterstützen Verteidigungsbereitschaft

Die Stadt Külsheim (Main-Tauber-Kreis) ist mit der Öffnung zur Verteidigung des Landes in der Region Heilbronn-Franken nicht alleine. Inmitten der zunehmend angespannten sicherheitspolitischen Lage zeigen sich auch Unternehmen offen: So hat die Spedition Rüdinger in Krautheim (Hohenlohekreis) sich öffentlich bereits für eine Aufrüstung ausgesprochen und signalisiert, im Bedarfsfall Lastwagen und logistische Kapazitäten bereitzustellen.

Auch der Elektromotorenhersteller ebm-pabst aus Mulfingen (Hohenlohekreis), der sich über sechs Jahrzehnte Firmengeschichte hinweg aus der Verteidigungsbranche herausgehalten hatte, hat jüngst entschieden, zukünftig direkt Teile für militärische Zwecke zu liefern.

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SWR

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