Bundeswehr in Litauen

NATO-Übung der Heeresflieger aus Niederstetten geprägt von Spionage-Angriffen

Wochenlang waren die Heeresflieger aus Niederstetten für eine NATO-Übung in Litauen. Nun reisen Kanzler Merz und Verteidigungsminister Pistorius in das Land.

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Von Autor/in Julian Küng

Die Heeresflieger aus Niederstetten (Main-Tauber-Kreis) sind seit Mittwochabend wieder zurück in der Region Heilbronn-Franken. Sechs Wochen lang waren sie in Litauen im Rahmen einer NATO-Übung im Einsatz, bei der über 25.000 Soldatinnen und Soldaten aus mehr als 20 Nationen ihre Einsatzbereitschaft und Reaktionsfähigkeit testeten. Der stellvertretende Kommandeur Sven Cardinier zieht ein positives Fazit, auch wenn der Einsatz nicht einfach gewesen sei.

Russische Spionage bei NATO-Übung in Litauen

Das verstärkte Engagement Deutschlands an der NATO-Ostgrenze scheint auch von russischer Seite genau beobachtet zu werden. Während der Großübung in Litauen sei es zu zahlreichen Spionageaktivitäten seitens Russlands gekommen, berichtet eine anonyme Quelle aus der Bundeswehr dem SWR. Sichtungen russischer Spähflugkörper gehörten fast schon zum Alltag. Im Schnitt seien in Litauen etwa drei solcher Vorfälle pro Woche gemeldet worden. Teilweise fliegen laut der Quelle russische Spähdrohnen so niedrig, dass sie unterhalb der Radarabdeckung bleiben und nur mit bloßem Auge erkennbar sind.

Oberstleutnant Sven Cardinier kann aus sicherheitspolitischen Gründen keine Einzelheiten zu russischen Spionageaktivitäten bekannt geben. Nur so viel: "Wir waren gut vorbereitet und haben unsere Verfahren so eingestellt, dass wir keine eigenen Geheimnisse oder Taktiken preisgeben", sagt der stellvertretende Kommandeur des Transporthubschrauberregiment 30 "Tauberfranken".

Grundsätzlich sei es bei der NATO-Übung aber vor allem kritisch geworden, wenn kurzfristig Einheiten ausfielen oder nicht am Training teilnehmen konnten. "Dann trotzdem alle Fäden zusammenzuhalten, ist eine echte Herausforderung - und genau das war im Gesamtkontext dieser Übung das Schwierigste." Auch die Koordination der vielen Fahrzeuge sei nicht einfach gewesen.

Die Heeresflieger der Bundeswehr aus Niederstetten sind seit Mittwochwabend zurück von einer NATO-Übung.
Die Heeresflieger der Bundeswehr aus Niederstetten und Sven Cardinier sind seit Mittwochwabend zurück von einer NATO-Übung.

Das ist wie ein großes Orchester, in dem alles zusammenspielen muss.

Die zwölf teilnehmenden Hubschrauber aus Niederstetten absolvierten während des Einsatzes rund 400 Flugstunden. Die Heeresflieger der "Tauberfranken" zählen zu den schnellsten Kräften der Bundeswehr, die im Ernstfall an der NATO-Ostflanke eingesetzt werden können.

Ausbau der Bundeswehrpräsenz an der NATO-Ostflanke

Nicht nur in der Luft, sondern auch am Boden zeigt Deutschland vermehrt Präsenz im Baltikum. Zum Schutz der NATO-Ostflanke nimmt ab Donnerstag erstmals eine dauerhaft stationierte Panzerbrigade der Bundeswehr in Litauen ihren Dienst auf. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) reisen nach Vilnius, wo rund 800 deutsche Soldatinnen und Soldaten zum feierlichen Aufstellungsappell antreten.

Bis zum Jahr 2027 soll die Brigade auf eine vollständige Einsatzstärke von bis zu 5.000 Kräften ausgebaut werden - ein deutliches Zeichen für die sicherheitspolitische Entschlossenheit Deutschlands in der Region.

Nächste Übung für die Heeresflieger der Bundeswehr in Norwegen

Nach dem Einsatz in Litauen folgt bereits der nächste Einsatz: Im kommenden Jahr steht für das Transporthubschrauberregiment das NATO-Großmanöver "Cold Response" in Norwegen an. Dort werden vor allem die arktischen Temperaturen zur Herausforderung. Die Vorbereitungen in Niederstetten laufen bereits.

Die Heeresflieger der Bundeswehr aus Niederstetten sind zurück von einer NATO-Übung.
Nach sechs Wochen und zum Teil sehr schlechtem Wetter sind die Heeresflieger der Bundeswehr aus Niederstetten zurück von einer NATO-Übung.
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