Schon Tage und Wochen vor dem offiziellen Wahltag am Sonntag hat es die Menschen an die Wahlurnen gezogen - zumindest virtuell. Vor allem in Heilbronn boomt die Briefwahl für die Landtagswahl 2026. Bis zum 5. März hatten sich schon 15.334 Wählerinnen und Wählerinnen dazu entschieden, ihre Stimme bequem von zu Hause abzugeben - fast doppelt so viele wie noch bei der vorletzten Landtagswahl 2016. Und damit ist die Stadt Heilbronn kein Einzelfall.
Briefwahl vor der Landtagswahl 2026 im Aufwind
Der Trend scheint klar: Einfach, schnell, flexibel und unabhängig vom Wahltag wählen. Das scheint bei den Menschen anzukommen - auch in Künzelsau (Hohenlohekreis), aber genauso in Wertheim und Bad Mergentheim (beide Main-Tauber-Kreis) zieht sich diese Entwicklung durch. Vielerorts steigt die Zahl der Wahlberechtigten, die den Gang ins Wahllokal umgehen möchten.
Auslöser könnte die Corona-Pandemie sein. Denn ab 2021 schnellen die Zahlen der Briefwählerinnen und Briefwähler rasant nach oben. Noch 2016 waren es in Heilbronn lediglich 9.649 Menschen, die per Brief wählten. 2021 dann - während Corona - 18.742. Jetzt liegt die Stadt nach eigenen Angaben zwar mit 15.344 Briefwählern unter diesem Niveau, doch zu diesem Zeitpunkt war die Frist für die Anträge noch nicht abgelaufen.
Insgesamt leben im Stadtkreis rund 75.500 Wahlberechtigte. Damit hat schon jetzt etwa jeder fünfte Wahlberechtigte die Entscheidung getroffen, seine Stimme per Post abzugeben.
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Neuer Boom? Trend in vielen Städten der Region
Auch andere Städte melden deutlich mehr Briefwahlanträge als noch vor zehn Jahren. So wurden in Künzelsau bislang 2.277 Wahlscheine ausgestellt. Bei der Landtagswahl 2016 waren es noch 1.544. Während der Corona-Wahl 2021 lag die Zahl bei 2.616.
Ähnlich sieht es in Wertheim aus. Dort registriert das Wahlamt bislang rund 3.500 Briefwahlanträge. Zum Vergleich: 2016 waren es etwa 2.000. Denselben Trend hat auch Bad Mergentheim im Angebot: Aktuell haben dort knapp 4.000 Wahlberechtigte Briefwahlunterlagen beantragt. Bei der Landtagswahl 2016 waren es rund 2.500, im Jahr 2021 während der Corona-Zeit 5.347.
Warum Abstimmen vor dem Wahltag immer beliebter wird
Es scheint, als ob viele Wählerinnen und Wähler nach Corona Gefallen an dieser Wahl-Art gefunden haben. Ob es eine Frage der Bequemlichkeit ist? Feststeht: Wer per Post abstimmt, kann seine Entscheidung unabhängig von Öffnungszeiten treffen und muss am Wahltag nicht ins Wahllokal.
Nicht jeder Briefwahlzettel findet aber auch seinen Weg zurück: Beispielsweise in Öhringen (Hohenlohekreis) wurden 2021 über 4.200 Wahlscheine verschickt. Nur rund 4.000 kamen dann wieder ausgefüllt im Wahlbüro an. Für die jetzige Wahl rechnet die Stadt wieder damit, dass es rund 200 Rückläufer weniger geben wird.
Frist zur Abgabe nicht vergessen
Briefwahl zu beantragen ist noch ziemlich kurzfristig möglich, erst am Freitag vor dem Wahlwochenende endet um 15 Uhr die Frist. Zeit, um sein eigenes Kreuzchen zu machen, bleibt dann bis Sonntagabend. Bis um 18 Uhr müssen die Unterlagen dann beim Wahlamt eingegangen sein. Wählerinnen und Wähler können ihren Wahlbrief persönlich beim Wahlamt abgeben oder in den Rathausbriefkasten einwerfen.