Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8.März dürfen erstmals auch 16- und 17-Jährige zur Wahlurne. Welche Themen den Jugendlichen wichtig sind, zeigte sich erst am Montag in Öhringen (Hohenlohekreis): Bei einem Kandidaten-Check haben über 600 Schülerinnen und Schüler mit den Kandidaten von Grünen, CDU, SPD, FDP, AfD und Linke diskutiert, besonders über die Themen Migration, Gesundheit und Umwelt.
Zukunftsthemen sind den Schülern wichtig
Im Vorfeld der Veranstaltung, bei der die Direktkandidaten des Wahlkreises Rede und Antwort stehen mussten, hatten die Schülerinnen und Schüler bestimmte Themenfelder vorbereitet. Unter anderem die Energiewende in Hohenlohe oder wie die Ausbildungschancen in der "Region der Weltmarktführer" sind. Aber es ging auch um konkretere Fragen wie beispielsweise die Impfpflicht bei Masern oder wie sich Deutschland im Kriegsfall verteidigen soll.
Das Thema Migration ist mir wichtig, weil viele Parteien von gewissen Aspekten profitieren. Auch das Thema mentale Gesundheit von Jugendlichen finde ich wichtig.
Auch die finanzielle Förderung von Spitzensportlern ist für manche junge Menschen ein Thema. Den Erstwählerinnen und Erstwählern kommt es demnach auch darauf an, wie sehr die Parteien sich für bestimmte Gesellschaftsschichten einsetzen.
Man bekommt ja immer wieder mit, dass Ausländer noch nicht arbeiten dürfen, da stelle ich mir die Frage, [..] ob es nicht sinnvoll wäre, dass die Migranten doch mal arbeiten dürfen und sich integrieren sollten.
Großte Zustimmung für Wählen ab 16
Grundsätzlich befürworten es die meisten Jugendlichen bei der Veranstaltung, dass die Landtagswahlen nicht erst ab 18 Jahren sind. So findet es die 16-jährige Hanna von der Richard-von-Weizsäcker-Schule gut, dass sie nun mitwirken kann und ihre Stimmen genau so wie jede andere zählt. Und auch ihre Mitschülerin Laura sagt: "Es ist jetzt schon ein sehr großer Schritt, dass man da jetzt mitentscheiden darf. Es ist ja auch eine Stimme, die man fürs Land einsetzt."
Wahlveranstaltung in Öhringen: Die Politiker überzeugen nicht jeden
Für die 16-Jährige war die Veranstaltung mit den Kandidaten aufschlussreich, letztlich müsse sich am Ende aber jeder selbst ein Bild über die Parteien machen, meint sie. Ihre Freundin Hanna fand die Gespräche sehr aufklärend und die Teilnehmenden hätten auch Interesse gezeigt. Mitschüler Umut haben die Antworten der Politiker dagegen nur teilweise gefallen. Ihm ging es bei der Veranstaltung zu wenig um das Thema Bildung.
Erkenntnisse aus der Europawahl: Jugendliche wählen anders
Bereits 2024 bei der Europawahl waren 16- und 17-Jährige wahlberechtigt. Auffällig war damals unter anderem, dass fast 27 Prozent der Stimmen auf die sonstigen Klein- und Kleinstparteien entfielen. Wahlsieger wurde wie bei der Gesamtbevölkerung die CDU, jedoch mit deutlich geringerem Abstand zu den übrigen Parteien.
Für die anstehende Landtagswahl wird mit rund 650.000 Erstwählerinnen und Erstwählern gerechnet. Laut Statistischem Landesamt sind darunter auch rund 180.000 Minderjährige. Die Reform des Wahlrechts wurde bereits 2022 beschlossen.