Die Staatsanwaltschaft Heilbronn hat Anklage gegen einen jungen Mann erhoben: Ihm wird unter anderem versuchter Mord und ein verbotenes Kraftfahrzeugrennen vorgeworfen. Als damals 17-Jähriger soll er im Oktober vergangenen Jahres einen teuren, 500 PS-starken Wagen in Wüstenrot (Kreis Heilbronn) gestohlen haben. Danach soll es eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei gegeben haben.
Anklage: Tod von Menschen bei Verfolgungsjagd in Kauf genommen
Dabei soll der heute 18-Jährige mehrere Polizeifahrzeuge gerammt haben und auf die Polizisten direkt zugefahren sein, so die Anklage. Erst im letzten Moment konnten sich die Beamten zur Seite retten. Der junge Mann habe den Tod der Polizisten zumindest in Kauf genommen, heißt es in der Anklage weiter.
Die waghalsige Fahrt endete erst, als der flüchtige Fahrer in zwei weitere Autos krachte. Zu dem Zeitpunkt fehlte dem Fahrzeug bereits ein Vorderreifen. Nach dem Crash flüchtete der Verdächtige zu Fuß.
Mutmaßlicher Raser setzt sich ab - Festnahme in Großbritannien
Zwei Wochen später folgte in Wüstenrot der Einsatz eines Spezialeinsatzkommandos (SEK). Ziel war das Haus, das die Familie des Angeklagten bewohnte. Der junge Mann wurde dabei jedoch nicht angetroffen. Anfang November 2024 kam aus Großbritannien dann die Erfolgsmeldung: Der Verdächtige wurde festgenommen.
Im September dieses Jahres wurde er dann nach Deutschland überstellt. Die Jugendkammer des Landgerichts Heilbronn muss jetzt entscheiden, ob der Angeklagte weiterhin in Untersuchungshaft bleibt. Wann der Prozess losgeht, ist noch offen.