Mammut-Fundstelle bei Lauda-Königshofen wird bewacht

Mit Spaten und Stirnlampe auf Stoßzahn-Suche: Grabungsstelle im Visier von Räubern

Bei Arbeiten an der SuedLink-Trasse bei Lauda-Königshofen ist ein 12.000 Jahre alter Stoßzahn entdeckt worden. Die Grabungsstelle muss inzwischen vor Räubern bewacht werden.

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Von Autor/in Ulrike Schirmer

Indiana Jones lässt grüßen: Auf einer Baustelle der SuedLink-Trasse bei Lauda-Königshofen (Main-Tauber-Kreis) ist Ende Mai ein echtes Mammut-Highlight zutage getreten - genauer gesagt: ein über 12.000 Jahre alter Stoßzahn. Ein seltener Fund, der nicht nur Paläontologen begeistert, sondern offenbar auch Abenteurer mit Spaten, Stirnlampen und Drohnen, wie René Wollenweber vom Landesamt für Denkmalpflege berichtet.

Schatzjagd an Grabungsstelle: Mammut-Fundstelle im Visier von Räubern

Mittlerweile muss die archäologische Fundstelle rund um die Uhr von Sicherheitsleuten bewacht werden. Trotzdem kommt es immer wieder zu kuriosen Zwischenfällen. So berichtet René Wollenweber beispielsweise von einem Mann, der mit einem Spaten bewaffnet offenbar selbst auf Schatzsuche gehen wollte.

Der hat Reißaus genommen, als er den Sicherheitsdienst gesehen hat.

Manche Eindringlinge kämen sogar mit Stirnlampen in der Nacht. Ein Verhalten, das laut dem Experten bedenklich ist. "Wer da ein Loch macht, der zerstört halt die Informationen", so Wollenweber.

Aber auch aus der Luft droht ungebetene Aufmerksamkeit: Immer wieder kreisen Drohnen über dem Grabungsgebiet - anonym gesteuert, vermutlich aus dem nahegelegenen Wald. "Das ist nicht das, was wir eigentlich wollen", betont Wollenweber. Wer wirklich Interesse an der Arbeit der Archäologen hat, sei eingeladen, zu einer der Ausgrabungen zu kommen und Fragen zu stellen - ganz legal und ohne Tarnkappe.

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Der Stoßzahn ist inzwischen geborgen und wird aktuell wissenschaftlich untersucht. Ob er weitere Hinweise auf das Leben der eiszeitlichen Riesen liefert, bleibt abzuwarten. Wollenweber würde sich für die Zukunft eine Ausstellung wünschen: "Wir haben ja nicht nur dieses Mammut gefunden, wir haben ja auch zum Beispiel Bestattungen aus dem sogenannten Neolithikum, sogenannte Schnur-Keramiker, die müssten natürlich dann auch in diese Ausstellung mit rein."

Ob es dazu kommt? Erstes Ziel: Die Urzeit-Schätze sollen im Land bleiben, wünscht sich Wollenweber. Eines ist aber jetzt schon sicher: Der Mammut-Fund hat in der Region wohl das Urzeit-Fieber entfacht. Denn bereits im März stieß man im nur wenige Kilometer entfernten Grünsfeld (ebenfalls Main-Tauber-Kreis) auf eine jungsteinzeitliche Siedlung, die bis zu 7.500 Jahre alt ist.

Trotz der Funde soll es nicht zu größeren Bauverzögerungen kommen, heißt es. Die unterirdische Stromautobahn SuedLink soll ab 2028 auf einer Strecke von 700 Kilometern Windstrom von der Nordsee nach Süddeutschland leiten. Für das Projekt sind rund zehn Milliarden Euro veranschlagt.

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