Ein Streiche spielender Wichtel und eine gläserne Weihnachtsgurke: Zu den bekannten Gepflogenheiten zu Weihnachten wie Adventskranz und Plätzchen mischen sich auch neue Trends. Das freut Kinder und Einzelhandel.
Neue Tradition: Weihnachtsstimmung durch den Wichtel und seine Streiche
Insbesondere der Trend um die Wichtel nimmt seit 2024 immer mehr an Fahrt auf. Das zeigt die aktuelle Weihnachtsstudie des Marketing-Professors Philipp Rauschnabel von der Universität der Bundeswehr München: Im Vergleich zum Vorjahr kennen demnach rund 40 Prozent mehr Menschen den für manchen skurrilen Brauch. Denn auch auf diversen Social-Media-Plattformen sehe man den Trend immer häufiger, so Rauschnabel, der ursprünglich aus Flein (Kreis Heilbronn) stammt.
Ideen für die Wichteltür: So setzt man sie in Szene
Die Wichteltür ist ein Trend, der Kinder und Erwachsene fasziniert. Wir haben Ideen gesammelt, wie man sie richtig in Szene setzt. Vieles kann man selber basteln.
Das Ritual in der Adventszeit soll bei Familien - vor allem bei den Kindern - Weihnachtsstimmung wecken.
Der Wichtel bringt Mystik und Magie mit ins Haus.
Dafür taucht zum ersten Advent oder dem 1. Dezember eine winzige dekorierte Tür auf, wie bei einem Puppenhaus. Dahinter lebt der unsichtbare und nachtaktive Wichtel. Der neue Mitbewohner hilft bis Weihnachten bei den Vorbereitungen, bringt kleine Geschenke und spielt auch mal einen Streich.
Kommt nach dem Wichtel nun die versteckte Gurke?
Ebenfalls im Trend: die Weihnachtsgurke. Dahinter steckt ein (nicht essbares) Schmuckstück, das im Weihnachtsbaum versteckt wird. Wer die Deko zuerst findet, bekommt ein zusätzliches Geschenk.
Um die Herkunft der Weihnachtsgurken ranken sich einige Legenden: Denn in den USA, wo die Weihnachtsgurke besonders beliebt ist, hält sich hartnäckig das Gerücht, sie sei eine deutsche Tradition. Bis vor kurzem kannten in Deutschland aber nur wenige den Brauch.
Und tatsächlich könnte es eine vergessene deutsche Gepflogenheit sein. Denn angeblich soll der Baumschmuck erstmalig im oberfränkischen Lauscha in Thüringen erfunden worden sein. Hier wurden bereits im 19. Jahrhundert Gemüsesorten sowie Obst und Nüsse aus Glas geblasen und als Baumschmuck verkauft - so auch die Weihnachtsgurke.
Nun schwappt der Trend von den USA wieder zurück nach Deutschland. Laut Rauschnabel hängt inzwischen bei jedem Zehnten daheim eine gläserne Weihnachtsgurke. Ähnlich wie beim Wichtel begegnen viele Menschen dem Brauch zwar anfangs mit Skepsis, finden ihn aber dann "doch ganz lustig", so Rauschnabel.
Nicht alle sind von dem neuen Trend überzeugt
So haben sich einige Heilbronner laut SWR-Straßenumfrage wohl mittlerweile mit dem Wichtel angefreundet oder kennen den Trend zumindest. Vor allem die Kleinsten seien "verrückt danach" und freuen sich aufs Basteln, sagt ein Passant.
Bei meinen Kindern im Kindergarten ist auch in der Gruppe so eine kleine Tür, die wird an die Wand gehängt und die dürfen da jeden Tag drauf klopfen.
Weihnachtsgurke trendet auch im Handel
Auch beim Handel kommen die Trends an: In zwei Filialen eines Geschenkartikelladens in Heilbronn seien Weihnachtsgurken besonders stark nachgefragt, berichten die Mitarbeiterinnen. In einer Filiale seien diese derzeit sogar fast vollständig ausverkauft.
Es kommt sehr gut an bei den Leuten. Das ist auch für mich ganz neu.
Mit den kleinen Gurken würden bei dem diesjährigen Absatz nicht einmal die Wichtel mithalten. Die seien eher im vergangenen Jahr besonders im Trend gewesen, heißt es weiter.