Reallabor soll auch Ängste abbauen

Mit KI-Brille in der Produktion: Audi und Fraunhofer forschen in Heilbronn

Wie können Roboter und KI die Produktion verbessern? Das erforscht Audi in Heilbronn. Es geht dabei auch darum, Ängste der Mitarbeitenden abzubauen und sie zu unterstützen.

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Von Autor/in Uli Zwerenz

Der Autohersteller Audi und das Fraunhofer-Institut Heilbronn forschen gemeinsam am Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und Robotik in der Produktion. Gerade Kleinserien, wie der elektrische Sportwagen e-tron GT, könnten damit optimiert werden. Mit dem Jahr 2025 geht jetzt auch die praktische Testphase, das Reallabor im Werk in den Böllinger Höfen in Heilbronn, zu Ende - mit ersten Ergebnissen.

Reallabor in Heilbronn: Mitarbeitende bauen Ängste ab und werden unterstützt

Bei dem Projekt geht es nach Angaben von Audi einerseits darum, die Ängste der Mitarbeitenden vor den neuen Technologien abzubauen. Künstliche Intelligenz und Robotik könnten die Mitarbeitenden aber auch entlasten. Die ersten Rückmeldungen waren dabei positiv.

Zu Beginn des Projekts wurden über eine "Eye-Tracking-Brille" und Infrarotkameras die Augenbewegungen der Mitarbeitenden erfasst. Mit dem Ziel herauszufinden, bei welchen Tätigkeiten das größte Potential drinsteckt, die Mitarbeitenden zu entlasten.

Mit den "Eye-Tracking-Brillen" sollte herausgefunden werden, wie der Körper bei welchen Aufgaben reagiert. So konnte man ermitteln, welche Aufgaben besonders viel Stress verursachen. Eine der Testpersonen war Nadine Rücker (links).
Eine Augmented-Reality-Brille soll unter anderem helfen, entnommene Bauteile per Blickkontakt zu scannen. So bleiben die Hände frei. Eine der Testpersonen war Nadine Rücker (links). Simon Bendel

Eine, die die neue Technik im Reallabor auf Herz und Nieren geprüft hat, ist Nadine Rücker, eine sogenannte Bestückerin in den Böllinger Höfen. Sie berichtet im SWR-Interview, dass sie ständig konzentriert sein müsse und eine hohe Verantwortung habe. Dabei könne sie die künstliche Intelligenz unterstützen.

So messen Sensoren, ob ein Bauteil aus der richtigen Kiste entnommen wurde. Direkt daneben setzt ein zweiter Versuchsansatz stattdessen auf eine Kamera und Bilderkennung. Audi zufolge soll die KI den Mitarbeitenden auch Sicherheit geben.

Individuelle Zusammenstellung: KI soll die richtigen Teile sortieren

Gerade bei Audi Sport in den Böllinger Höfen geht es um individuelle Fahrzeuge mit spezieller Ausstattung - ganz nach Kundenwunsch. So braucht es für jedes Auto unterschiedliche Teile. Das Schlagwort hier ist der sogenannte "Pick-Prozess". Dabei werden die Fahrzeugteile für die Produktion zusammengestellt. Was nicht gebraucht wird, soll von der KI aussortiert werden. Die Böllinger Höfe sind nach Angaben von Audi besonders gut für diese Forschung geeignet.

Die Fahrzeuge in den Böllinger Höfen haben einen hohen Individualisierungsgrad, was den Pick-Prozess durch die vielen unterschiedlichen Teile besonders herausfordernd macht.

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Das Reallabor ist laut Audi Teil eines ganzen KI-Ökosystems, das in der Region Heilbronn rund um den Innovationspark für Künstliche Intelligenz (IPAI) entsteht, zu dessen Mitgliedern auch der Autobauer gehört.

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