Zusätzliches Großprojekt neben KI-Gigafactory

Milliarden-Investition: Schwarz-Gruppe baut riesiges Rechenzentrum im Spreewald

Die Schwarz-Gruppe baut ein riesiges Rechenzentrum im Spreewald. So will man die Kontrolle über die eigenen Daten behalten. Das Projekt könnte allerdings noch größer werden.

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Von Autor/in Jan Arnecke

Es sei die größte Investition in der Unternehmensgeschichte, so die Schwarz-Gruppe aus Neckarsulm (Kreis Heilbronn). Elf Milliarden Euro steckt das Unternehmen in ein neues Rechenzentrum, das in Lübbenau (Brandenburg) auf dem Gelände eines ehemaligen DDR-Braunkohlekraftwerks entstehen soll. Parallel hat sich das Unternehmen auch für die EU-Förderung einer KI-Gigafactory beworben.

Alles aus einer Hand: Rechenzentrum soll Daten schützen

Mit dem neuen Rechenzentrum will die Schwarz-Gruppe einerseits die Hoheit über die eigenen Daten behalten. Aber auch Cloud-Dienste für Dritte sollen angeboten werden, sodass auch die Daten der Kundinnen und Kunden in Deutschland bleiben. Außerdem sollen dort KI-Modelle trainiert werden können.

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Das Rechenzentrum gilt schon jetzt als wegweisend in der deutschen KI-Branche. Zum Spatenstich am Dienstag war unter anderem auch Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) anwesend. Ihm zufolge braucht Deutschland diese Rechenpower, um in der ersten Liga bei Künstlicher Intelligenz mitzuspielen. Das Projekt zeige, dass Deutschland das Können habe, hier vorne mit dabei zu sein.

Schwarz-Rechenzentrum: Größer als München, kleiner als die USA

Vergleiche gibt es auch: So sollen in Lübbenau bis zu 100.000 KI-Chips im Einsatz sein. Im Rechenzentrum, das von Telekom und Grafikchip-Hersteller Nvidia in München geplant ist, sind es 10.000 solcher Chips. Allerdings hinkt Deutschland im internationalen Vergleich noch deutlich beispielsweise hinter den USA her. Der dpa zufolge verfügen deutsche Rechenzentren aktuell über eine Leistung von rund 2,4 Gigawatt - in den USA seien es etwa 40. Das Rechenzentrum in Lübbenau soll über rund 200 Megawatt verfügen - also 0,2 Gigawatt.

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Für den Standort Lübbenau sprechen der Deutschen Presseagentur zufolge gleich mehrere Punkte. So gebe es dort eine "exzellente Stromversorgung", die einst für ein 1996 stillgelegtes Braunkohlekraftwerk gebaut wurde und noch immer funktioniert. Dazu kommt eine gute Glasfaseranbindung ans Internet. Die Deutsche Telekom betreibt demnach einen größeren Verteilknoten in Lübbenau.

Innerhalb der nächsten fünf bis 15 Jahre soll das Projekt im Spreewald fertig sein. Bis Ende 2027 soll der erste Bauabschnitt mit drei Modulen fertiggestellt werden. Die Fläche des alten Braunkohlekraftwerks ist so groß wie umgerechnet 18 Fußballfelder.

Rechenzentrum in Lübbenau: Parallel-Projekt zur KI-Gigafactory

Das Projekt trägt den Titel "Schwarz Digits Datacenter". Schwarz Digits - die IT-Sparte des Unternehmens - gehört genauso zur Schwarz-Gruppe wie beispielsweise auch Lidl und Kaufland. Das Projekt ist allerdings nicht mit der sogenannten KI-Gigafactory zu verwechseln, bei der es sich ebenfalls um ein Rechenzentrum handelt. Die EU warb im Frühsommer 2025 mit finanzieller Unterstützung für ein solches Projekt.

Dafür wollte sich ein Bund aus deutschen Tech-Unternehmen bewerben - darunter auch die Schwarz-Gruppe. Die Schwarz-Gruppe schlug schon da den Lübbenauer Standort vor. Allerdings konnten sich die Unternehmen dem Handelsblatt zufolge im Juni vor Bewerbungsschluss nicht einigen. Daher sind verschiedene Bewerbungen ins Rennen gegangen.

Bei seinem Besuch in Stuttgart und dem Heilbronner ipai im Oktober, warb Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) bei Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) für Baden-Württemberg als Standort. Merz betonte da, es hätten sich inzwischen fünf Konsortien, unter anderem aus Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen beworben. "Wir warten das Verfahren in Brüssel ab." Merz hofft, dass man wenigstens eine solche europäische KI-Gigafabrik nach Deutschland holen könne. Sollte die Schwarz-Gruppe den Zuschlag für die Förderung bekommen, will sie das Rechenzentrum in Lübbenau nach eigenen Angaben entsprechend vergrößern.

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