Rund um Heilbronn gibt es wieder mehr Rotmilane. Das berichtet Henning Mehrgott von der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Heilbronn dem SWR. Die Tiere sind streng geschützt, da sie selten sind. Mehr als die Hälfte der weltweiten Population lebt in Deutschland.
In Berichten des Naturschutzbunds (NABU) wurde die Zahl der Brutpaare vor Jahren landesweit noch mit rund 1.000 angegeben. Mittlerweile sind es laut Landesanstalt für Umwelt (LUBW) zwischen 4.100 und 4.500 Revierpaare. Über die Gründe der Erholung kann Mehrgott nur spekulieren.
Kovacs und Mehrgott: Gutes Jahr für Rotmilane
Michael Kovacs von der Falknerei im Wildparadies Tripsdrill bei Cleebronn (Kreis Heilbronn) geht davon aus, dass die Rotmilan-Jungtiere auch dieses Jahr gute Überlebenschancen haben. Es habe keine lange Trockenperiode gegeben. Auch Henning Mehrgott glaubt, dass das Jahr 2025 ein gutes für die Rotmilane wird, da es genügend Nahrung gibt.
Rotmilane mögen ihr zu Hause unkonventionell ausgestattet
Rotmilane sind laut Naturschutzexpertinnen und - experten mit ihrer Nahrung nicht wählerisch: Früher gehörte der Feldhamster zu seinen wichtigsten Beutetieren. Der ist selten geworden. Heute stehen zur Brutzeit Abfälle und Aas auf der Speisekarte des rostroten Greifvogels. Es folgen unter anderem Vögel, Mäuse, Maulwürfe und Fische.
In Baden-Württemberg lebt fast ein Drittel der deutschen Rotmilane. Das zeige, welche Verantwortung das Bundesland für den Erhalt habe, so Mehrgott.
Das Besondere: Rotmilane lieben es, ihr Nest mit allerlei Fundstücken auszustatten, schreibt die Deutsche Wildtier Stiftung. Vogelkundler hätten neben Plastiktüten, Unterwäsche, Arbeitshandschuhen und Tennisbällen sogar Plüschtiere, die ins Nest eingebaut wurden, gefunden. Warum die Tiere dieses Verhalten zeigen, sei noch immer unbekannt.
Kovacs: Rotmilane sitzen gerne an der Autobahn
Wenn wir in unseren Gefilden Greifvögel an der Straße oder Autobahn sehen, seien dies meist Mäusebussarde, erklärt Kovacs. An zweiter Stelle kommen Turmfalken und Rotmilan. Deutlich seltener sieht man den Sperber, da brauche man schon Glück. Greifvögel sitzen den Großteil ihres Lebens einfach herum, denn das Jagen verbrauche Energie, so Kovacs.
An Autobahnen und Straßen hocken sie gern, da es praktisch sei: "Warum sich abmühen, plagen und jagen, wenn die Autos einem doch ein offenes Büffet bereiten", sagt Kovacs mit Blick auf überfahre Igel, Hasen und andere tierische Unfallopfer.
Wie erkenne ich die vier häufigsten Arten?