Eigentlich ist die Feuerwehr der Ort, an dem Menschen Hilfe bekommen. In Wertheim (Main-Tauber-Kreis) ist jetzt genau dieser Ort zur Zielscheibe geworden: Seit Monaten fliegen immer wieder Steine auf das Dach der Feuerwache. Der Schaden geht laut Polizei inzwischen in den vierstelligen Bereich. Und bei der Feuerwehr wächst die Sorge, dass irgendwann vielleicht auch Menschen verletzt werden könnten.
Ziel: Feuerwache Wertheim - Stein steckte in der Dachhaut
Die Feuerwache liegt direkt an einem Hang. Das Gelände ist mit speziellen Fangzäunen und Sicherungssystemen geschützt. Auch deshalb sei man sich bei der Feuerwehr sicher, dass es sich nicht um herunterrollende Steine handelt, die aus Versehen dann auf dem Dach landen. Vielmehr sollen die Würfe gezielt vom oberhalb gelegenen Feldweg erfolgt sein. Zuletzt am 6. Mai um etwa 20:15 Uhr.
An diesem Tag hielten sich gerade drei Feuerwehrkameraden auf der Terrasse auf, als erneut Steine in Richtung Feuerwache flogen. Die drei hätten eine "junge männliche Person" gesehen, berichtete der Kommandant der Wertheimer Feuerwehr, Torsten Schmidt, im SWR-Interview.
Einige Steine sind im Zaun unterhalb gelandet, auch auf dem Parkplatz, aber mehrere halt auch bei uns auf dem Dach. [...] Einer steckte sogar in der Dachhaut.
Das sei mittlerweile "massiv" geworden, so Schmidt weiter. Seit rund einem halben Jahr beobachte man die Vorfälle. Jetzt erstattete die Feuerwehr Anzeige. Die Polizei ermittelt und bittet um Hinweise.
Polizei: Schaden mittlerweile im vierstelligen Bereich
Eine Fachfirma untersucht derzeit das gesamte Dach auf Schäden. Wie hoch die dann tatsächlich sind und wie viel die Reparatur kosten wird, das ist bislang unklar. Die Polizei schätzt den Schaden auf mehrere tausend Euro.
"Ich weiß nicht, was das bringen soll, Steine auf eine Feuerwache zu werfen", sagte der Kommandant weiter. Die Feuerwehr gehöre schließlich zu denen, "die immer da sind und helfen". Ihn ärgert es, dass die noch vergleichsweise neue Feuerwache durch die Angriffe noch weiter beschädigt werden könnte. "Wenn Wasser eindringt, können daraus massive Gebäudeschäden entstehen", sagte er besorgt.
Für Schmidt ist der Fall aber auch emotional belastend. Denn der Innenhof und die Werkstattbereiche der Feuerwache, die sich dort befinden, sind eigentlich immer besetzt. Er möchte sich nicht ausmalen, was passieren könnte, wenn ein Stein durch eine der Fensterscheiben fliegt: "Da geht es dann nicht nur um Sachschaden, sondern auch um die Gefährdung meiner Mitarbeiter", betonte der Kommandant.
Feuerwehr hofft, dass Maßnahmen greifen
Gemeinsam mit der Stadt will die Feuerwehr nun prüfen, wie der Weg oberhalb der Wache besser abgesichert werden kann. Auf Warnschilder setzt Schmidt allerdings wenig Hoffnung. Stattdessen hofft die Feuerwehr über Social Media und den öffentlichen Zeugenaufruf auf Hinweise aus der Bevölkerung - und darauf, dass der mutmaßliche Täter es womöglich selbst sieht und zur Vernunft kommt.