Stadtteilbeirat fordert anderen Umgang - Taubenhaus bittet um Geduld

Nach Schuss auf Taube in Wertheim: Bürger sollen jetzt mithelfen

Der Schuss auf eine Taube in einem Wertheimer Biergarten sorgt weiter für Diskussionen. Der Stadtteilbeirat setzt auf die Mithilfe der Bürgerschaft, das Taubenhaus bittet um Geduld.

Teilen

Stand

Von Autor/in Rosi Düll, Aleyna Tas

Nach dem Schuss auf eine Taube in der Wertheimer Innenstadt (Main-Tauber-Kreis) fordert der Stadtteilbeirat einen verantwortungsvollen Umgang mit dem dortigen Taubenproblem. Das Abschießen der Tiere durch Privatpersonen sei keine Lösung. Insbesondere seien Schüsse mit einem Luftgewehr im Stadtgebiet inakzeptabel und könnten Menschen, Tiere und Sachwerte gefährden. Wer vergangene Woche auf die Taube geschossen hat, ist weiterhin unklar. Die Polizei sucht dringend Zeugen, die Angaben zum Schützen machen können.

Angeschossene Taube fiel zwischen Gäste

Der Vorfall hatte sich am vergangenen Montagabend am Wertheimer Marktplatz ereignet. Eine Taube war kurz nach 20 Uhr schwer verletzt von einem Dach in den Innenhof eines Biergartens gestürzt und auf einem Tisch gelandet, an dem Gäste saßen. Bei der Untersuchung des Tieres wurde ein Projektil gefunden, das vermutlich aus einem Luftgewehr stammt. Außerdem hatte sich die Taube beim Sturz einen Flügel gebrochen. Laut Polizei soll die Taube überlebt haben.

Altstadt von Wertheim: Seit Jahren Beschwerden über zu viele Tauben und zu viel Taubenkot

Seit Jahren gibt es in der Wertheimer Innenstadt ein Problem mit Tauben. Vor allem Altstadtbewohner beschweren sich über zu viele Tiere und zu viel Taubenkot. Mit einem Taubenhaus, das ehrenamtlich betreut wird, versucht die Stadt das Problem in den Griff zu bekommen. Dazu wurde vor eineinhalb Jahren in Bahnhofsnähe ein alter Bauwagen umfunktioniert. Ziel ist eine tierschutzgerechte Regulierung der Taubenpopulation. Bislang seien sechs bis acht Tiere dort, sagt Jens Rögener, Umweltbeauftragter der Stadt. Kritiker sehen das Projekt deshalb schon als gescheitert an. Doch Rögener winkt ab: "Tauben sind sehr standorttreu", erklärt er und fordert, man müsse dem Taubenhaus nur noch ein wenig Zeit geben.

"Gut vorangekommen" sei die Stadt inzwischen mit dem Schließen von wilden Taubenschlägen an Häusern, so Rögener. Jeden Mittwoch tourt der Umweltbeauftragte durch Wertheim, geht Hinweisen nach Rückzugsorten der Vögel nach und spürt wilde Brutplätze auf. Einige Dutzend Quartiere seien bereits "überprüft und geklärt" worden. Bei privaten Immobilien stoße man allerdings häufig auch an Grenzen.

Stadtteilbeirat appelliert: Tauben nicht füttern

Aber statt eigenmächtig gegen die Tiere vorzugehen, hat jetzt auch der Stadtteilbeirat Innenstadt die Wertheimer aufgerufen mitzuhelfen: Niststellen, offene Dachstühle, ungesicherte Gebäudebereiche und bekannte Futterstellen sollten gemeldet werden. Dadurch könnten Problembereiche erfasst und gezielt Maßnahmen eingeleitet werden. Besonders wichtig sei, das Füttern der Tiere zu unterlassen. Das verschärfe das Problem. Und es verzögere den Erfolg des Taubenhaus-Projektes, sagt auch der städtische Umweltbeauftragte. "Solange die Tauben in der Stadt gefüttert werden, lernen sie nicht, dass es ihr Futter am Taubenhaus gibt."

Bad Mergentheim

Wildtiere leiden unter Hitze und Dürre Reh und Fuchs verdursten: Jäger karren fässerweise Wasser in den Wald

Wildtiere leiden derzeit unter der extremen Hitze und Trockenheit. Jäger aus dem Main-Tauber-Kreis bringen deshalb regelmäßig Tausende Liter Wasser in den Wald.

Wüstenrot

Eulen, Falken und Seeadler als Publikumslieblinge Hitze und ein Schicksalsschlag: Wie eine Greifvogelanlage ums Überleben kämpft

In der Greifvogelanlage Wüstenrot kämpfen sie mit der Hitze: Sowohl Tiere als auch Menschen. Dazu kommt noch ein emotionaler Verlust. Aber die Wiesingers machen trotzdem weiter.

Langenbrettach

Folgen für Landwirtschaft Trockenheit setzt Heumilchbetrieb zu: Wegen Futtermangels droht Kühen die Schlachtung

Hitze und Trockenheit sorgen im Raum Heilbronn für Futterknappheit. Ein Heumilchbauer aus Langenbrettach muss bereits an seine Winterreserven - und hofft dringend auf Regen.

SWR Extra: Hitzewelle im Südwesten SWR

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Rosi Düll
Aleyna Tas

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!