Film soll Fragen zum Mordmotiv klären

"Warum starb Michèle Kiesewetter?" - Preview zur Doku in Heilbronn

Die Polizistin Michèle Kiesewetter wird 2007 in Heilbronn erschossen. Trotz langer Ermittlungen bleiben viele Fragen. Die neue SWR-Doku geht auf Spurensuche und prüft Indizien. 

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Von Autor/in Luca Bauer

Am 25. April 2007 ist die Polizistin Michèle Kiesewetter auf der Theresienwiese in Heilbronn erschossen worden. Ihr Kollege wurde lebensgefährlich verletzt. Kaum ein Mord ist in Deutschland mit so viel Aufwand untersucht worden. Über das Motiv der Mörder des Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) wurde immer wieder spekuliert. Eine neue 30-minütige SWR-Dokumentation "Warum starb Michèle Kiesewetter?" wird am Mittwoch, 8. Oktober, um 19 Uhr im redblue Heilbronn vorab gezeigt - inklusive Diskussionsrunde. Veranstaltet wird die Preview vom SWR und der Heilbronner Stimme.

Der Mordfall Kieswetter hält eine Stadt in Atem

Die Polizistin Michèle Kiesewetter wird 2007 am helllichten Tag getötet, mitten in einer Großstadt. Klar ist nur der Tathergang: Während der Mittagspause im Streifenwagen wird der 22-Jährigen und ihrem Kollegen Martin A. in den Kopf geschossen. Die Tat bewegte damals die ganze Stadt.

Jahre später stellt sich heraus, dass die Taten auf das Konto der rechtsextremen Terrororganisation NSU gehen. Die neue SWR-Doku "Warum starb Michèle Kiesewetter?" geht genau dieser Frage nach und richtet den Blick zugleich auf die Gegenwart: Wie sehr wird die Polizei von Rechtsextremen angefeindet? Welche Rolle spielt der Rechtsruck in der Gesellschaft, welche Auswirkungen hat er auf die Demokratie und die Sicherheitslage?

Monatelange Dreharbeiten für die Doku  

Zudem geht die SWR-Dokumentation auf Spurensuche, forscht in den Unterlagen der Untersuchungsausschüsse und recherchiert nach dem Mordmotiv. Haupt-Protagonist ist der Ex-Polizist Peter Fink. Er war als Kriminaloberkommissar damals Mitglied der Soko "Parkplatz" der Kripo Heilbronn. Nie zuvor hat er vor einer Fernsehkamera über den Fall gesprochen, der ihn sein Leben lang nicht wieder losließ - wie er berichtet.

Gedreht wurde vor allem in Heilbronn, Stuttgart und in Oberweißbach in Thüringen, dem Geburtsort von Michèle Kiesewetter. Die Idee zur Doku entstand laut Redakteur Thomas Reutter vor einem Jahr. Die Dreharbeiten begannen in diesem Jahr mit dem Gedenktag der Ermordung am 25. April in Heilbronn.

Der ehemalige Polizeioberkommissar Peter Fink (links) zusammen mit dem Landtagsabgeordneten Nico Weinmann (FDP) und Regierungspräsidentin Susanne Bay (rechts) vor der Kamera.
Der ehemalige Polizeioberkommissar Peter Fink (links) zusammen mit dem Bundestagsabgeordneten Nico Weinmann (FDP) und Regierungspräsidentin Susanne Bay (rechts) verdeckt von der Kamera Bild in Detailansicht öffnen
Der ehemalige Polizeioberkommissar Peter Fink am Gedenkstein von Michèle Kiesewetter in Heilbronn.
Der ehemalige Polizeioberkommissar Peter Fink am Gedenkstein von Michèle Kiesewetter in Heilbronn Bild in Detailansicht öffnen
Der ehemalige Polizeioberkommissar Peter Fink (links) zusammen mit dem Bundestagsabgeordneten Nico Weinmann (FDP) und Regierungspräsidentin Susanne Bay (rechts).
Der ehemalige Polizeioberkommissar Peter Fink (links) zusammen mit dem Bundestagsabgeordneten Nico Weinmann (FDP) und Regierungspräsidentin Susanne Bay (rechts) Bild in Detailansicht öffnen

Doku-Preview mit Diskussion zum Fall Kieswetter in Heilbronn

Im Fernsehen ist die Dokumentation am Mittwoch um 21:45 Uhr in der ARD zu sehen. Vorab können Interessierte sie am Mittwochabend exklusiv als Preview im Heilbronner redblue erleben, veranstaltet gemeinsam von SWR und der Heilbronner Stimme. Dem Fernsehstück folgt eine spannende Diskussionsrunde mit Expertinnen und Experten. Mit dabei sind unter anderem Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) und Peter Fink, ehemaliger Kriminaloberkommissar der Soko "Parkplatz". Die kostenlose Veranstaltung ist inzwischen ausgebucht.

SWR Dokumentation und Fernsehfilm in der ARD

Die ARD zeigt an diesem Abend die SWR-Dokumentation. Davor, um 20:15 Uhr, läuft der Fernsehfilm "Die Nichte des Polizisten". Während die Dokumentation den Ermittlungserkenntnissen im Mordfall Michèle Kiesewetter folgt, erzählt der Film "Die Nichte des Polizisten" die Geschichte einer jungen Polizistin. Der Film feierte im Juni in München seine Weltpremiere.

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Luca Bauer
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